ScrumButt – Wieviel Scrum solls denn sein?

11.11.2011

Unter scrumbutt.me gibt es einen amüsanten Kurztest um herauszufinden, wieviel von Scrum man gerade einsetzt. Der Hintergrund ist, dass sich Organisation gern mit dem Begriff Scrum schmücken, aber selten Scrum uneingeschränkt anwenden. Zum einen liegt dies darin begründet dass man Reifegrade einer Organisation nicht einfach überspringt, auf der anderen Seite gibt es meist ein starkes bewahrendes Moment welches der Einführung von Scrum entgegensteht.

Das Ergebnis nennt man dann ScrumBut. Als Methodik bestehend aus sich gegenseitig stärkenden best practices kostet der nur teilweise Einsatz von Scrum demnach potentielle Produktivität, ansonsten müsste man Scrum als Methode infrage stellen. Aufgrund der überwältigenden Referenzen erfolgreicher Scrum-Anwendungen sollte man zunächst fragen, ob das Problem nicht wie meist vor dem Bildschirm oder vielleicht eher auf dem Managersessel sitzt.

Am Freitag werde ich mit einem potentiellen Kunden über ein spannendes Projekt diskutieren und vermute, dass man dort eine große Software nach dem Wasserfallmodell entwickelt. Da es sich um einen Konzern handelt ist gleichzeitig anzunehmen, dass die notwendigen Änderungen auf dem Weg zum vollständigen Einsatz von Scrum auf starke Gegenwehr stoßen werden. Bewahrer sitzen eben eher in Konzernen denn in agilen Startups. Dazu kommt wahrscheinlich eine Gruppe Kunden, die regelmäßig bei konstantem Zieltermin neue Anforderungen einbringen.

Ist Scrum nun die Lösung?

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Kurze Wasserstandsmeldung: Scrum und CMMI passen nur übers Knie gebrochen zueinander

14.12.2010

Es gibt ja schon einige Materialien, die behaupten zu beschreiben, wie Scrum und CMMI zusammenpassen. Genauergesagt fräse ich mich gerade durch das brandneue CMMI-DEV 1.3 und stelle fest, dass es die gleiche traditionelle Denke wie vorher ist. Die in der Einleitung groß angekündigten Hinweise zu agilem Vorgehen beschränken sich auf homöopathische Dosen. Am Ende des Tages passen iterative und Wasserfallprojekte hervorragend ins Bild von CMMI-DEV, agile Projekte nur mit einer größeren Transferleistung. Und ehrlichgesagt ist diese Transferleistung in vielen Fällen nicht angemessen, da das Resultat in keinem akzeptablen Zusammenhang mit dem Ergebnis führt.

Wofür sich CMMI-DEV sehr gut in solchen Kontexten eignet ist als Landkarte, über die man sicherstellt, dass man keine wichtigen Themen übersehen hat. Alle anderen Versprechungen sind aus meiner Sicht heiße Luft und zumindest ich habe noch kein auf Scrum passendes Reifegradmodell gefunden. Vielleicht wäre es Zeit eines zu entwickeln, da Scrum ohne über Scrum hinaus erfahrene Unterstützung bei der Einführung den Kinderschuhen noch nicht entwachsen ist.


Wie bestehe ich den Professional Scrum Master I & II

07.12.2010

Keine Sorge, das PJMB-Blog wird kein reines Scrum-Blog werden, aber im Moment habe ich gerade viel im Bereich Scrum zu tun ,-) Heute fragte ein Leser, wie man die Professional Scrum Master-Zertifizierungen von scrum.org bei Ken Schwaber besteht:

  • Professional Scrum Master I (PSM I)
    Hierbei handelt es sich lt. Ken quasi um eine Abfrage der Fachbegriffe von Scrum. Zwar ist es ein Multiple Choice Test, allerdings sollte man entweder Berufserfahrung und/oder Scrum-Erfahrung mitbringen, um die über die Fachbegriffe hinausgehenden Fragen korrekt zu beantworten. Als Wissensgrundlage genügt aus meiner Sicht im Allgemeinen der Scrum Guide.
  • Professional Scrum Master II (PSM II)
    Hier geht es um die Frage warum Scrum funktioniert und mittelschwere Fragen. Davon ca. 30% Multiple Choice und der Rest Freitext. Am Ende des Tages war der heiße Tipp: Bitte antworten was Ken hören will. Insofern empfiehlt Ken selbst für die Zertifizierung seinen Kurs zu besuchen, ansonsten wären die Chancen zu bestehen deutlich geringer. Die statistische Aussagekraft ist bei knapp 50 PSM II allerdings nicht hoch. Als Buch kann man The Enterprise and Scrum von Ken empfehlen, viele seiner Slides aus dem Training sind dort indirekt enthalten.

Soweit dass was ich weiß, mehr in meinen bisherigen Postings:


Was tut der Scrum Master wenn er nicht mastered?

06.12.2010

Die Rolle des Scrum Masters ist kein vordergründig offentsichtlicher Vollzeit-Job. Aus diesem Grund kann auch ein Scrum Master für verschiedene Teams zuständig sein. Eine Liste typischer Aktivitäten findet sich übrigens bei der Scrum Alliance. Aus Sicht von Boris Gloger sollte der Scrum Master jedes Meeting seiner Teammitglieder begleiten bzw. moderieren. Seine Sicht auf die Welt hinsichtlich der Qualität von Meetings teile ich: Meistens gehen sie in die Hose. Ein wenig Handwerkszeug zur agressiven Verbesserung von Meetings habe ich auf pm-praesentationen.de zusammengestellt („Stop Meeting Failure“).

Aber, Hand aufs Herz: Welcher Scrum Master will schon seinem Team ständig auf die Nerven gehen. Ähnlich einem Projektmanager hat der Scrum Master den Job, das Team bei der Erreichung bestmöglicher Performance zu unterstützen, nur ist der Job bei Scrum eben erheblich umfangreicher und erfordert Fähigkeiten zur Entwicklung eines Teams viel dringender, als es für einen Projektmanager überlebensnotwendig ist.

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Die Scrum Alliance versucht erste Reformationsschritte mit ihrem Strategic Plan 2011

02.12.2010

Vor ein paar Minuten ist der Strategic Plan 2011 der Scrum Alliance online gegangen. Die Alliance hat inzwischen ca. 100.000 Mitgelieder, Mitglied kann man derzeit aber nur durch die Teilnahme an einem Scrum-Training werden 😦

In Zukunft soll alles besser werden:

  • Endlich darf man Mitglied werden ohne ein Training der Alliance gebucht zu haben, dies soll um $50 pro Jahr kosten.
  • Es soll eine neue Zertifizierungen zum Certified Scrum Product Owner (CSPO) geben und der Certified Scrum Professional (CSP) wird in zwei Stufen geteilt.
  • Es soll ein ScrumBoK (Scrum Body of Knowledge) geben, mal schauen was da rauskommt.
  • Der Auswahlprozess für die CSTs (Trainer) soll verändert werden.
  • Es wird zwei Gatherings geben (Seattle 16.-18.05., London 10/2011) und 4-6 Partnerevents (Portugal 02/2011, Salt Lake City 07.-13.08., Japan, Indien).
  • Man will mit dem PMI®, Microsoft etc. ins Gespräch kommen und die Reichweite erhöhen, auch über die Welt der Softwareindustrie hinaus.

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Boris Gloger versucht sich doch an eigenen Scrum-Zertifizierungen

01.12.2010

Gestern habe ich aufgrund der nebulösen Ankündigung von Boris Gloger darüber gerätselt, was er nun tun würde. Nun sind es doch eigene Zertifizierungen geworden mit der daraus folgenden Fragmentierung des Marktes und inkompatiblen Zertifizierungen. Einen sehr guten Schachzug finde ich das Angebot, dass Teilnehmer der Kurse sich auf scrum.org zertifizieren lassen können und die Kosten von Boris Gloger erstattet werden. Dieses offene Modell von scrum.org ist hier eine Chance, die der Scrum Alliance entgeht.

Von den neuen Angeboten erscheint mir der Scrum ChangeManager das größte Potential zu haben da Scrum nicht nur Entwicklungsteams verändert, sondern in letzter Konsequenz den Großteil eines Unternehmens.
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Scrum Alliance, scrum.org – oder doch etwas ganz Neues?

30.11.2010

Boris Gloger hat gestern die bekannte Kritik an den beiden Scrum-Organisationen Scrum Alliance und scrum.org treffend zusammengefasst. Aus seiner Sicht sind beide Interessensvertretungen der Trainer, US-zentrisch und geistige Kinder von Ken Schwaber. Zumindest für mich als Berater (und nicht hauptsächlich Trainer) ist scrum.org die bessere Alternative, da die Zertifizierungen dort zumindest sicherstellen, dass man den Scrum Guide und die Auffassung von Ken Schwaber verstanden hat. Bei der Scrum Alliance werden die Zertifikate ziemlich beliebig vergeben und sind somit für das Thema Marketing und Karriere relativ uninteressant, egal ob im Beratungsbereich oder in Festanstellungen.

Spannend ist seine Argumenten zur Weiterentwicklung von Scrum. Aus seiner Sicht sind Task-Board, Retrospektive und Burndown-Chart auf Story Point-Basis außerhalb des Dunstkreises der beiden Scrum-Organisationen entwickelt worden. Ken selbst bezeichnet das Burndown Chart als Scrum lore, d.h. dem was um Scrum herum entstanden ist.

Letztlich wird hier aber ein ganz anderes Problem offensichtlich.
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