IPMA Level D – der Prüfungsbericht

Praxis (Icon)Endlich geschafft! Gerade habe ich die Prüfung hinter mich gebracht und möchte natürlich nicht versäumen, Ihnen meine Eindrücke und Tipps mit auf den Weg zu geben. Einige Tipps hatte ich bereits im Blog beschrieben:

Ich hatte das Glück, trotz Vorbereitung ohne Training an einer Prüfung in Berlin gemeinsam mit Trainingsbesuchern eines großen Pharmakonzerns teilnehmen zu können. Danke dafür nochmal an Frau Simon vom PM-ZERT.

Der Tag begann mit einer kurzen Vorstellung des ersten Assessors und der Bedingungen für die schriftliche Prüfung. Diese wurde dann von 09:00 bis 11:00 abgelegt. Während der Prüfung traf der zweite Assessor ein. Insgesamt wurden 10 Aufgaben gestellt,

von denen drei Multiple Choice-Fragen waren und der Rest mit stichwortartigen Texten beantwortet werden musste. Die Fragen konzentrierten sich auf die Kapitel A, C4, C5, D3 und D5 aus dem Buch ProjektManager der GPM. Für die Beantwortung blieb wenig Zeit, meine nicht langsame Schreibgeschwindigkeit hat mir am Ende 15 Minuten Restzeit gelassen um noch einmal über die Ergebnisse zu schauen.

Wichtig ist, dass man die Formeln lernt und konkret mit Netzplänen agieren kann. Der Lernstil sollte dem schulischen Lernen entsprechen, d.h. die diversen Stichpunktlisten im ProjektManager sollte man auswendig kennen. Die Transferleistung in der schriftlichen Prüfung ist relativ gering.

Danach stand 4,5 Stunden Warten an bis zur mündlichen Prüfung. Diese dauert ca. 30 Minuten und beginnt mit dem Ziehen von 3 verdeckten Fragekarten aus einem großen Stapel. Eine der Fragekarten darf man weglegen, die beiden anderen Fragen dienen als Grundlage für das Prüfungsgespräch. Nach dem ersten Aufschlag stellen die Prüfer vertiefende Fragen und unterstützen bei Bedarf bei der Beantwortung. Die Fragen ähneln denen im ProjektManager am Ende jedes Kapitels.

Nach dem ersten Teil des Prüfungsgesprächs wird man hinausgebeten. Nach der Beratung der Prüfer untereinander, wird mitgeteilt, ob man den mündlichen Teil bestanden hat. Der letzte Teil ist das Feedback zum Transfernachweis. Das Feedback empfand ich als sehr konstruktiv. Mit dem Feedback wird mitgeteilt, ob man den Transfernachweis bestanden hat. Ich werde es einarbeiten und den Transfernachweis stückweise in diesem Blog für meine Nachfolger veröffentlichen.

Die letzten Wochen vor der Prüfung waren stressig da ich kein Freund des Auswendiglernens bin. Auf jeden Fall sind jetzt 2 von 3 Teilen bestanden. Für den Transfernachweis erhält man später eine Aussage darüber, wieviel von 120 möglichen Punkten man erhalten hat. Eine Untersetzung findet nicht statt. Nach 2-4 Wochen erhält man vom PM-ZERT dann auch die Information darüber, ob man die schriftliche Prüfung bestanden hat oder nicht.

Mein erstes Resümé ist, dass IPMA Level D aufwendiger ist als der PMP®, insbesondere sind 10 Tage Training verpflichtend, wenn man sich nicht selbst vorbereitet. Für den PMP besucht man üblicherweise nur 5 Tage ein Training und hat dann „nur“ eine dreistündige multiple-choice-Prüfung. Letztlich ist der Marketingwert des PMP im Verhältnis zum Aufwand einer IPMA-Zertifizierung höher. Auf der anderen Seite wird der Bereich Softskills beim PMP auch nicht ernsthaft berührt. Über IPMA Level D braucht man definitiv ein Training und erhebliche Vorbereitungszeit. Er verbindet Qualifikation mit Zertifizierung, wogegen der PMP hauptsächlich auf Berufserfahrung und einem kurzen Kursus aufbaut.

UPDATE:
Aufgrund der Kommentare zum Artikel habe ich PMI-intern nochmal recherchiert. Es gibt keine offizielle wechselseitig anerkannte Einordnung der Zertifikate durch das PMI und die IPMA. In der Praxis kann man aber den CAPM mit dem IPMA Level D vergleichen und den PMP zwischen IPMA Level C und B einordnen.

6 Antworten zu IPMA Level D – der Prüfungsbericht

  1. […] erwähnte Paper zu Innovation und PM bietet hier konkrete Zahlen. Allerdings wird im Gegensatz zur PMI-Sicht der PMP durch eine Gewichtung von 1,5 zwischen IPMA Level C und Level D eingeordnet. PMI-Vertreter […]

  2. […] Daneben gab es den dritten Teil des Artikels zu Kommunikationsmodellen von Sandra Mian und einen Bericht mit Tipps zur IPMA-Level D-Zertifizierung auf Projekt Management […]

  3. SH sagt:

    Gratuliere zur bestandenen Prüfung!

  4. Ich finde dass Ihre Aussage „Letztlich ist der PMP als Gegenstück zum IPMA Level B also “mehr wert” für weniger Aufwand.“ der Sache nicht wirklich gerecht wird. Der PMP reduziert das Ganze wesentlich auf die Fähigkeit in kurzer Zeit möglichst viele Fragen aus einem Katalog richtig und nach Schema beantwortet zu haben. Das ist einer theoretischen Führerscheinprüfung gleichzusetzen. Speziell der IPMA Level B – und den würde ich schon gar nicht mit dem PMP vergleichen – ist aber in Summe eher einer Sonderprüfung für die Personenbeförderung oder den Gefahrgut-Transport entsprechend.
    Der PMP setzt den Schwerpunkt auf die Kenntnis spezifischer Methoden und durch das Punktesystem natürlich auch auf die (wie auch immer) gelebte Praxis. Die IPMA Zertifizierung versucht den Fokus auf die systemische Beherrschung der PM Methode als Ganzes zu richten und diesen zu überprüfen. Das insgesamt abgedeckte Wissens-Spektrum der IPMA ICB 3.0 ist explizit ca. 4mal grösser als jenes des PMI PM Book.

    • Auf der einen Seite haben Sie Recht, auf der anderen Seite gibt es IMHO das Agreement zwischen IPMA und PMI, dass der PMP® und der IPMA Level B gleichrangig sind. Mit der Level B-Prüfung geht die GPM bzw. IPMA definitiv in eine größere Tiefe und deckt vor allen dem beim PMI fehlenden Bereich der Sozialkompetenz ab. Auf der anderen Seite ist der Marketingwert des PMP so relativ hoch. Man sollte also die Frage beantworten, ob die Gleichstellung dieser beiden Zertifizierungen gerechtfertigt ist. An der Stelle habe ich zu kurz gebloggt und möchte mich dafür entschuldigen. Ich hoffe noch weitere Informationen zu dieser Gleichstellung beschaffen zu können, denn die Situation ist so aus meiner Sicht nicht zufriedenstellend.

      UPDATE: Weitere Recherchen haben ergeben, dass PMP inoffiziell zwischen IPMA Level B und C eingeordnet werden kann. Dies bitte bei den Kommentaren zum Artikel berücksichtigen.

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