Die Marke gehört dem Kunden – Oracle, Sun und die Kontrollfreaks!

Gestern prasselten von allen Seiten die Meldungen über einen weiteren Bruch zwischen Oracle und Open Source-Projekten herein, in diesem Fall bezüglich das Hudson-Projekts (Continuous Integration). Seit der Übernahme meines alten Arbeitgebers Sun Microsystems hat Oracle seinen üblichen Wenn Dir meine Regierung und Politik nicht gefällt, verschwinde-Kurs gefahren und viele der Schlüsselpersonen von Sun und diverse Projekte wie OpenOffice verloren. Zuletzt in meiner Rezension eines Buches von Förster & Kreuz bin ich auf ein in dieser Situation wesentliches Muster gestoßen: Kunden sind Partner auf Augenhöhe, dieses de-facto-Gesetz des Internets bezwingt jede Firma.

Dieses muss man nun eigentlich erweitern und sagen, Open Source-Entwickler bzw. die Mitglieder des Netzwerks um eine Organisation herum sind häufig Partner auf Augenhöhe. Wikileaks ist ein gutes Beispiel dafür, dass Transparenz ganz schnell die öffentliche Meinung drehen kann und dann auch kein intensives Rudern der Betroffenen hilft.

Im Falle von Oracle hat man nicht verstanden oder bewusst in Kauf genommen, eine Menge Assets zu verlieren.

Egal wieviel Geld Oracle in OpenOffice steckt, dessen Marke sie unbedingt behalten wollen wie auch bei Hudson, die freie Alternative hat die besseren Zukunftschancen. Da finde ich es ehrlichgesagt noch nicht einmal bemitleidenswert, wenn Ted Farrell, Oracles Senior Vice President der „Tools and Middleware“-Sparte dem Hudson-Projekt damit droht dass sie den Markennamen nicht mitnehmen können wenn sie getrennte Wege gehen. Na und? Es wird eine neue Marke geben und die Community und die Kunden entscheiden, wem sie den Vorzug geben. Und ich würde selten einem Unternehmen wie Oracle den Vorzug geben, da das Verhalten in der Vergangenheit kein Vertrauen weckt sondern signalisiert, dass Oracle nur das tut, was für Oracle gut ist. Damit plane ich keine time-to-live bei der Technologieauswahl.

SAP wurde bereits hinsichtlich der Wartungsvertragskosten von den Kunden in die Knie gezwungen, Oracle kann jederzeit Ähnliches blühen, vor allem wenn der Konzern sich als schädlich für das Java-Ökosystem offenbart…die Chancen dafür stehen leider gut.

Im Falle eines anderen Mergers, während dem ich zusehen durfte, gab es übrigens eine Entscheidung der Füße: 99% der Mitarbeiter waren ein Jahr nach dem Aufkauf weg und die Neuen haben ziemlich gestrampelt, bis sie verstanden haben wie das Geschäftsmodell und die alten Software- und Infrastrukturrelikte eigentlich funktionieren. Man hatte Erfolg, aber ich würde es als sehr teuer erkauften Pyhrrus-Sieg bezeichnen.

Eine Antwort zu Die Marke gehört dem Kunden – Oracle, Sun und die Kontrollfreaks!

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