Das PM Summit 2010 – fast live

Auf geht’s zum PM Summit 2010, meiner 2. Medienpartnerschaft in diesem Jahr nach dem PMp Forum und PM 10 Minutes. Ich bin gespannt auf die Vorträge und habe eine Twitterwall mit dem Hashtag #pmsummit2010 eingerichtet unter http://twitterwallr.com/pmsummit2010. Also wer auf dem Summit twittert, nicht das Hashtag #pmsummit2010 vergessen:

Und hier der fast live-Bericht:

  • 18:30 – Abendveranstaltung
    Die letzten beiden Vorträge auf meiner Liste habe ich mir geschenkt und dafür sehr erfolgreich genetworked, mal schauen was die Ergebnisse am Ende sein werden. Das Essen ist sehr gut, der Jonglierer eher Animateur und nicht wirklich berauschend und gerade laufen die diversen Preisverleihungen. Insgesamt habe ich im Gegensatz zum PM Forum beim Summit sehr gut Praxisvorträge erwischt, anderen ist es genau umgekehrt ergangen. Insofern hat es sich gelohnt und ich komme gerne wieder.
  • 14:45 – Meilensteine loswerden – Henker, Coldewey

    • Mal eine ganz neue Einleitung: 2 Referenten mit „Was haben wir erreicht?“ auf dem Shirt stehen mit dem Rücken zum Publikum und lassen Slides still durchlaufen mit dem, was erreicht wurde.
    • Genauso amüsant geht’s weiter mit einer Beschreibung all der Fehler, die man so macht wenn man Scrum ohne externe Unterstützung einführt.
    • Auch hier wurden Wände herausgerissen um den Teams die Kommunikation zu ermöglichen.
    • Lt. Coldewey ist ein Burndown-Chart unabdingbar für Scrum, aber nicht jeder ist der Meinung.
    • Mit Scrum wurde die Überstundenlast von 80% auf ca. 5% reduziert.
    • Hotlineanfragen werden inzwischen mit Kanban abgearbeitet, sehr sinnvoll.
    • Alle drei Monate gibt es eine „große Retrospektive“ mit Dauer von 2 Tagen. Inzwischen ist dies das wichtigste Meeting überhaupt und wird über Open Space durchgeführt.
    • Die Kundenzufriedenheit ist mit der Einführung von Scrum erheblich gestiegen.

  • 14:00 – Scrum und Prozessnormen – P. Diefenbach

    • …fängt mit der notwendigen staubtrockenen Einführung an…
    • …und jetzt das Agile Manifest und eine Einfolieneinführung Scrum
    • iSO 9001: So definiert man einen Prozess, was die Prozesse machen ist weniger wichtig. Da man den Entwicklungsprozess nicht unbedingt standardisieren muss, gibt es erstmal keine Probleme, ansonsten ist ein Prozesshandbuch fällig.
    • CMMI: Hier ist ebenfalls ein Prozesshandbuch fällig und ein Projektmanagementhandbuch zu Beginn eines Projekts. Mehr dazu hat Ken Schwaber im Appendix einer seiner Bücher geschrieben.
    • GAMP – Good Automated Manufacturing Practice, ein Standard, den sich die Pharmaunternehmen selbst gegeben haben. Hier wird viel gefordert, insbesondere eine Betrachtung des gesamten Produktlebenszyklus. Am Ende braucht man Dokumentation zu Produktrisiken, Traceability, Architektur, Benutzung und Abnahmetests. Ggf. verlagert man Aufwände wie die Vollständigkeit der Übersetzung nach hinten sofern sich darin keine Risiken verbergen.
    • MPG – Medizinproduktegesetz: Über GAMP hinaus benötigt man eine Gebrauchstauglichkeitsakte und ein 4-Augen-Prinzip beim Testen.
    • Wichtig: Auch wenn hier mehr Dokumentation benötigt wird, sollte diese immer dem Produkt oder dem Team nutzen.

  • 12:15 – Scrum bei der Fiducia – Oliver Fischer

    • Fiducia ist der IT-Dienstleister im Bankenbereich, der Vortrag widmet sich dem JBF (Java Banking Framework, 6.000 Klassen, 800.000 lines of code)
    • Viele unklare Anforderungen, intransparenter Projektstatus, lange Reaktionszeiten, viele ungeplante Tätigkeiten und Wissensinseln haben zu einer agilen Vorgehensweise geführt.
    • Ziele waren Know-How-Aufbau in den Teams, kürzere Reaktionszeiten, wenig Aufwänder für Bewertungen, mehr Transparenz, mehr Kommunikation und einfachere Priorisierung von Anforderungen.
    • Genutzt wird heute Scrum mit Ergänzungen des Eclipse ways
    • Nach der Hälfte eines 4-Wochen-Sprints plant man bereits für den nächsten Sprint
    • Am Ende jeden Sprints gibt es ein Sprint-Endgame, in dem vier Tage lang der Code stabilisiert und manuell getestet wird sowie Review und Retrospektive stattfinden.
    • Nach jedem Sprint wird das Ergebnis den anderen Entwicklern bereitgestellt, Releases gibt es dann halbjährlich weil nicht alle agil arbeiten
    • Die Ziele der Scrum-Einführung wurden aus Sicht der Fiducia erreicht. Darüber hinaus wurde die Anzahl der gleichzeitigen offenen Tickets erheblich reduziert ohne zusätzliche Manpower.
    • Die Zufriedenheit der Mitarbeiter konnte deutlich gesteigert werden.
    • Offene Punkte bleiben: Einzelkämpfer werden nicht von heute auf morgen Teamplayer, Hierarchien lösen sich in Entwicklungsteams nur schwer auf, Selbstorganisation muss gelernt werden, transparent will nicht jeder sein, die internen Kunden sind noch nicht agil, gute Product Owner wachsen nicht auf Bäumen, technische Exzellenz kommt nicht von allein – auch nicht mit agilen Methoden

  • 11:30 – Connective Leadship – Oliver Lehmann

    • Prof. Jean Lipman-Blumen, 78 Jahre alt, in ihrer Karriere auch politische Beraterin, ist die Quelle auf die sich Oliver Lehmann bezieht.
    • Der Kern sind achieving styles, schrecklich übersetzt als Erbringungsstile.
    • Sie lassen sich klassifizieren und werden unterschiedlich von Männern und afrauen angewendet.
    • Oliver Lehmann sucht Mitstreiter um das Connective Leadership-Modell zu verbreiten

  • 10:15 – Agil vs. Klassisch – T. Müller & B. Gross

    • Nur zwei Agilisten im Raum, soviel PMPs dass die Stühle nicht ausreichen…
    • Ein Blick in die Vergangenheit: Das agile Manifest

    • Was steckt unter der Haube der Agilität? Orientierung am Menschen, selbstorganisierende Teams, Kommunikation und Interaktion als strategisches Element, iterativ-inkrementelles Vorgehen, Kundeneinbindung, Umgang mit Änderungen, Umgang mit Formalismus
      IBM setzt durchaus auf klassische Projekte mit agilen Entwicklungsteams, teilweise auch aufgrund der Regeln die SOX und Freunde mehr oder sinnvoll vorgeben.
    • Das deutsche Recht bietet noch keine passenden Regelungen für agile Projekte.
    • Mit den klassischen Kontrollmethoden fährt man Projekt regelmäßig vor die Wand, lieber Projekte zieltreu als wegtreu steuern.
    • Jetzt folgt der IBM-Werbeteil für Jazz…

    Insgesamt eine gute Anregung um PMPs vom Weg zu schubsen und zum Nachdenken anzuregen.

  • 09:15 – Keynote von Peter Taylor, dem Lazy PM
    Gerade noch den Anfang von Peter’s Keynote geschafft und hier die wichtigsten Punkte des Vortrags:

    • Pareto-Regel: Erledige die wichtigsten 20% der Arbeit zuerst, der Rest kann warten oder ist nicht notwendig.
    • Helmuth Karl Bernhard Graf von Moltke: Kategorisierung von Militärs in vier Kategorien zur Entscheidung wer fliegt, wer befördert wird, wer Stabsfunktionen erledigt und wer gewähren darf. Die Kombination von lazy und smart sind die, die befördert werden und zufällig gehören Projektmanager in die gleiche Kategorie.

    • A bad beginning makes a bad ending – Euripides: Im Gegensatz zu Dinosauriern sind Projekte am Anfang und am Ende aufwendig. Nachdem das Projekt gut unterwegs ist macht es beispielsweise Sinn die Intensität der Kommunikation zeitweise zu reduzieren.
    • Erfahrungsgemäß verwenden die erfolgreichsten PMs mehr Zeit für face-to-face-Kommunikation und haben weniger Gadgets als die Kollegen. Wen wunderts, solche Kommunikation erlaubt die höchste Bandbreite und somit die höchste Qualität.
    • „The coffee machine is on the critical path to project.“
    • Wie kommt zur Ruhe im Projekt? Prioritäten richtig einschätzen, Delegieren und den Rest in der richtigen Reihenfolge abarbeiten.
    • The world is round and the place which may seem like the end may also be only the beginning – Ivy Baker Priest

    Auch wenn Peter aggressives Marketing mit seinen Thesen betreibt und sich dafür einiges an Kritik einhandelt, so ist sein Vortrag unterhaltsam und bringt viele lessons learned und Empfehlungen für Projektmanager auf den Tisch. Definitiv die Zeit wert.

    Wer vorher schon mehr wissen will, einfach in die aktuelle Podcast-Episode mit Peter Taylor reinhören und schnell noch eine Ausgabe seines Buchs gewinnen.

  • 05:20 – Auf geht’s

2 Antworten zu Das PM Summit 2010 – fast live

  1. […] Andreas schon ausführlich vom PM Forum der GPM berichtet hat, hält er uns nun beim PM Summit des PMI Chapter Munich auf dem […]

  2. […] This post was mentioned on Twitter by woomera, MrProject and News Feed MS, Andreas Heilwagen. Andreas Heilwagen said: Das PM Summit 2010 – fast live: http://wp.me/ph8DD-228 […]

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