Nachlese zu Ken Schwabers SCRUM-Training

Das Professional Scrum Master-Training mit Ken Schwaber letzte Woche in München hat sich vor allem dadurch von der Masse abgehoben, dass jemand sein Wissen geteilt hat, der bereits in den 60ern als Betriebssystemarchitekt gearbeitet und seitdem kontinuierlich Erfahrungen im Bereich Software Engineering gesammelt hat. Dazu gehören auch Großprojekte in kritischen Bereichen der Rüstung und des Gesundheitswesens.

Die Leitfrage der beiden Tage war: „Warum funktioniert Scrum?“. Sie wurde hervorragend beantwortet und die Frage nach der Verbindung zum Projektmanagement dahingehend relativiert, dass Ken in seinen Beratungsprojekten meist in der Lage ist die Aufgaben des Projektmanagements zu reduzieren, so dass sie sich auf die Scrum-Rollen aufteilen. Danach wird dann den bisherigen Produktmanager, Projektmanagern etc. die Wahl gelassen, welche Scrum-Rolle sie in Zukunft ausfüllen wollen.

Am Ende des zweiten Tages wurde dann auch noch die Teamleiterrolle für Entwicklungsteams im Rahmen der Skalierung von Scrum-Organisationen gestrichen und diskutiert, welche Rahmenbedingungen für solche Organisationen gelten. Und wie immer ergab sich: Es kommt auf den Einzelfall an.


Beim Themen wie Organisationstheorie konnte man Ken leicht in Bereiche entführen, die nicht seine Stärke sind. Auf der anderen Seite ist die Wissensvermittlung durch „Geschichten“ aus seinen Projekten und seiner Beratungstätigkeit durch nichts aufzuwiegen. Sie illustriert Zusammenhänge und Abhängigkeiten in einer Weise, die die wesentlichen Punkte eindringlich vermittelt.

Ich kann den Kurs für jeden empfehlen, der Scrum bereits kennt und sich weiterentwickeln will. Auf der anderen Seite ist er nichts für Leute ohne Scrum-Wissen und er beantwortet auch keine Fragen über die Schnittstellen von Scrum außerhalb des IT-Bereichs eines Unternehmens.

Im Anschluss an den Kurs kann man die Prüfung zum Professional Scrum Master online ablegen. Für den Level I ist der Preis inbegriffen im Training, für Level II zahlt man nur noch $300 statt $500. Die Zahl der PSM II-Zertifikate ist weltweit noch gering, auch der Tatsache geschuldet dass man ohne das Training von Ken wohl meist durchfällt.

P.S.: Ken hat definitiv kein Priester-Syndrom wie man andere Scrum-Trainer…“

4 Antworten zu Nachlese zu Ken Schwabers SCRUM-Training

  1. […] ist trotzdem immer noch ein Punkt, von dem sich Manager nur schwer überzeugen lassen. Ken Schwaber brachte letzte Woche in seinem Training nochmal den Hinweis, dass erfahrungsgemäß 40% des […]

  2. rainwebs sagt:

    Ich habe den Professional Scrum Master I ohne irgend ein Seminar zu besuchen erhalten (http://blog.rainwebs.net/2010/10/20/professional-scrum-master-certification-on-your-own/). Beim II sehe ich das genauso wie Du. Ist aber fair, da damit ja ein erweitertes Wissen nachgewiesen werden soll.

    • Der PSM I ist lt. Ken einfach nur ein Test ob man die Begriffe verstanden hat. Aus meiner Sicht reicht dafür als Grundlage der Scrum Guide, darüber hinaus werden aber Fragen gestellt, die Berufserfahrung und gesunden Menschenverstand benötigen. Da ich das Zertifikat ebenfalls vor dem Kurs hatte, gab es natürlich die Frage ob er noch Sinn macht und die kann man eindeutig mit „ja“ beantworten.

  3. […] This post was mentioned on Twitter by MrProject, Andreas Heilwagen. Andreas Heilwagen said: Nachlese zu Ken Schwabers SCRUM-Training: http://wp.me/ph8DD-1Qe #pmot #pmde #scrum […]

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