Amazons Kindle im Praxistest

Seit ein paar Wochen besitze ich einen Kindle von Amazon. Die Fakten:

  • 189 USD sind nicht die Welt
  • ca. 40 USD für Verpackung und Versand aber schon!
  • genauso viel kommt nochmal für Steuern und Zoll oben drauf
  • … die ich gleich zweimal zahlen durfte – bei der Abholung am Postamt (OK – habe ich mir wieder geholt)

  • Was taugt nun der Kindle (oder das Kindle?) im Arbeitsalltag?

    Das größte Manko vorweg: leider gibt es fast ausschließlich englischsprachigen Inhalt und diesen auch nur über den Kindle-Store auf Amazon.com. Zu den wenigen deutschsprachigen Inhalten gehören die Wirtschaftswoche, die Frankfurter Allgemeine und das Handelsblatt.

    Genug gemeckert, denn jetzt gibt es nur noch Lob.

    Endlich mal wieder ein Produkt, welches gut durchdacht ist und genau das tut, was es soll: es bietet ein tolles Lesevergnügen! Gekaufte Bücher werden automatisch an das Gerät übertragen — entweder per WiFi oder über 3G. Das Gerät hat eine eingebaute Flatrate und ich kann quasi weltweit meine Bücher kaufen — ohne Zusatzkosten. Das geht sogar soweit, dass man begrenzt auch im Internet surfen kann: Amazon.com (na klar!) aber auch Wikipedia funktionieren immer.

    Das Gerät selber ist klein und handlich, hat einen phänomenalen Bildschirm (in der Sonne lesen: kein Thema!) und eine Batterielaufzeit von mehreren Wochen.

    Das Shopping-Erlebnis. Bücher, bei denen das Copyright abgelaufen ist, kosten gar nichts. Also erstmal her mit Treasure Island und The Adventures of Sherlock Holmes geklickt. Nach 30 Sekunden konnte ich anfangen zu lesen.

    Weiter geht es: die besten Computer-Bücher gibt es auf Englisch: CSS – the missing manual, Hackers und Don’t make me think kostenlos als Probekapitel herunter geladen. Der Kauf ist dann ganz easy: einmal klicken (nochmal: egal wo auf der Welt), kurz den Kontostand beweinen: fertig.

    Ein sehr nettes Extra-Feature ist das eingebaute New Oxford American Dictionary. Aus dem Kontext heraus kann ich jedes Wort im Text nachschlagen — auf Wunsch auch auf Wikipedia.

    Noch eine Funktion hat mein Herz erobert: auf praktisch jedem Gerät existiert eine Kindle-App — iPhone und iPad, Windows, Mac, Blackberry, Android. Alle meine gekauften Bücher stehen überall zur Verfügung — und zwar jedes Buch genau an der Stelle wo ich auf einem anderen Gerät mit dem Lesen aufgehört habe. Genau so muss es sein.

    Derzeit probelese ich die Wirtschaftswoche — ich werde berichten!

    P.S.: Liebe deutsche Verlage: Ihr wisst genau, was ich jetzt sagen will — also tut es einfach. Bitte.

2 Antworten zu Amazons Kindle im Praxistest

  1. Die deutschen Verlage jammern lieber anstelle in ein neues Geschäft einzusteigen:-/

    P.S. Kolbenfüller zwischen Reader und iPhone – das hat Stil

    • Ja, das ist ungefähr so hinrissig wie das ganze Gejaule um MP3 im Internet. Lieber den Anwalt schicken als Nachdenken, mein Beileid teile ich dazu gerne aus und berate die Gewinner.

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