Wo geht’s hier bitte zur Projektvision?

Im Rahmen mehrerer organisatorischer Veränderungsprojekte, zum Teil in meiner Verantwortung, zum Teil besetzt mit anderen Projektmanagern, habe ich vor kurzem eine Feedbackrunde durchgeführt. Betroffen ist insgesamt eine dreistellige Mitarbeiterzahl und das Ergebnis war spannend. In einem Fall kannten die Mitarbeiter zwar den Namen des Projekts, der analog einer Marke gewählt ist, aber Ziel und Inhalt waren unklar. Im anderen Fall fühlten sich die Mitarbeiter über die vielen Änderungen nicht optimal informiert, wussten aber genau wo die Reise hingeht. Glücklicherweise gehörte mein Projekt zur zweiten Kategorie und der Grund für die Kommunikationspause war bekannt. Für das Projekt der ersten Kategorie waren Ziel und Inhalt zwar kommuniziert worden, aber irgendwie nicht hängen geblieben.

Was habe ich nun für mich daraus gelernt?


Ein Projekt sollte immer eine Vision haben! Entweder so umfassend wie von Volker Doekel für das A380-Projekt beschrieben, oder kurz und knackig. Diese Vision sollten idealerweise alle Projektmitarbeiter inhaltlich korrekt und vollständig wiedergeben können. Genauso wichtig ist die Verbindung der Vision mit dem Projektnamen und die Notwendigkeit, dass alle Stakeholder die Grundzüge der Vision wiedergeben können.

Man sollte als Projektmanager in kein Meeting gehen ohne diese Vision parat zu haben und die Zuhörer immer wieder darauf einzustimmen. Die Story muss stimmen, damit sich die Stakeholder abgeholt und mitgenommen fühlen.

Bei der Wahl des Projektnamens haben wir einmal einen abstrakten Begriff und einmal einen Begriff, mit dem viele Stakeholder eine große Menge Themen, Konferenzen, Bücher, ein Manifest etc. verbinden können. Dieser zweite Begriff lässt sich sehr einfach verbreiten und in den Köpfe der Leute verankern. Abstrakte Projektnamen, die nicht unmittelbar ein Bild vor Augen führen, machen das Projektmarketing eher schwer. Deshalb macht es Sinn den Projektnamen im Rahmen eines Wettbewerbs unter den Projektmitarbeitern zu finden, als sich auf Managementebene den Kopf zu zerbrechen. Denn immerhin müssen vor allem die Mitarbeiter, gerade bei organisatorischen Veränderungsprojekten, mit dem Projektnamen viel verbinden.

Photo © iStockphoto

P.S.: Die Zeit ist immer noch knapp, insofern bleibt es bei einer ehen geringen Postingfrequenz, aber Licht am Ende des Tunnels ist in Sicht.

2 Responses to Wo geht’s hier bitte zur Projektvision?

  1. Volle Zustimmung Ohne Vision geht nichts!

    In einem der größten und komplexesten Projekte der Geschichte (Mondlandung) überhaupt gab es eine bestechend klare Vision, die wahrscheinlich jede(r) bis hin zum Straßenkehrer auswendig kannte:

    „… to achieving the goal, before this decade is out, of landing a man on the moon and returning him safely to the earth.“

  2. […] This post was mentioned on Twitter by woomera, Andreas Heilwagen. Andreas Heilwagen said: Wo geht's hier bitte zur Projektvision?: http://wp.me/ph8DD-1M8 #pmot #pmde […]

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