Soziale Intranets, das nächste große Ding nach den Wikis?

In der Vergangenheit habe ich schon öfters zu Enterprise Wikis geschrieben und dabei festgestellt, dass die Wikis alle noch nicht so richtig erwachsen geworden sind. Oscar Berg hat sich nun vor einem Monat in seinem Blog The Content Economy mit der Studie Knowledge Workers and Knowledge Work von the work foundation beschäftigt, vor allem der Verteilung der Wissenarbeiter in Organisationen:

  1. 30% sind Wissensarbeiter,
  2. 30% sind Mitarbeiter mit einiger und
  3. 40% mit wenig wissensbasierter Arbeit.

Dabei besteht Wissenarbeit z.B. aus dem Lösen von Problemen, Recherchen und kreativer Arbeit, Interaktion und Kommunikation mit Kollegen etc. Somit sind diese Arbeiten weniger vorhersag- und wiederholbar als etwa im industriellen Bereich und die Struktur der Arbeit ergibt sich während der Arbeit. Deshalb ist auch das benötigte Wissen nicht vorhersagbar und der Zugriff auf das Internet wird zum Erfolgsfaktor, denn die Chance die notwendigen Informationen dort zu finden ist sehr hoch. Ich finde des deshalb ist es auch archaisch, Mitarbeitern in Unternehmen nicht standardmäßig einen Internetzugang bereitzustellen.

Eine weitere Folgerung daraus ist, dass traditionelle Intranets den Informationsbedarf von Wissensarbeitern nicht decken können. Wiederum steht man vor dem Problem den Bedarf nicht vorhersagen zu können und weiterhin können Wissenarbeiter die Inhalte im Intranet im Allgemeinen auch nicht pflegen. Deshalb tendiere ich persönlich immer zum Einsatz von Enterprise Wikis, den die wichtigsten Features eines Intranets werden meist durch einen guten Wiki abgedeckt. Damit einher geht auch die Abschaffung der Kontrollinstanzen, die ein Intranet befüllen. Diese sind für Wissenarbeiter lediglich hinderlich.


Letztlich plädiert Oscar Berg dafür, soziale Intranets einzuführen, die dafür sorgen, dass man die notwendigen Kontakte und Informationen quasi „anzieht“. Aus meiner Sicht gibt es für diese Anforderung noch keine ausreichend einfache Lösung, denn Social Media bietet heute noch keine besonders intelligenten Algorithmen zum Vernetzen von Personen. Ein Ansatz könnte sein, analog diverser B2C-Plattformen alle Informationen in einem sozialen Intranet automatisch zu verschlagworten und auf Basis der Suchen und gelesenen Seiten weitere Seiten vorzuschlagen. Aber dieser Ansatz ist immer noch zu traditionell um wirklich „Wissen anzuziehen“.

Ideal wäre aus meiner Sicht eine Kombination aus dem Wissen eines klassischen Intranets, d.h. den Informationen, deren Bedarf vorhersagbar ist, Wikielementen um weiteres Wissen zu vernetzen und einer intelligenten Engine, die das Internet fast nahtlos einbezieht. Das Problem mit dem Internet ist leider, dass die meisten Informationen dort Müll sind und es schwer ist, Qualität zu messen. Trotzdem sehe ich großes Potential und halte die Gedanken von Oscar Berg für einen wichtigen Schritt zum nächsten großen Ding nach Wikis.

Ist Ihnen bereits Software begegnet, die Ihnen Kontakte und Wissen zuspielt, deren Bedarf sie erst erkannt haben, als sie Ihnen zugespielt worden ist?

3 Antworten zu Soziale Intranets, das nächste große Ding nach den Wikis?

  1. […] Soziale Intranets, das nächste große Ding nach den Wikis? (via Projekt Management Beratung) Filed under: Allgemein by maspi76 — Einen Kommentar hinterlassen August 18, 2010 In der Vergangenheit habe ich schon öfters zu Enterprise Wikis geschrieben und dabei festgestellt, dass die Wikis alle noch nicht so richtig erwachsen geworden sind. Oscar Berg hat sich nun vor einem Monat in seinem Blog The Content Economy mit der Studie Knowledge Workers and Knowledge Work von the work foundation beschäftigt, vor allem der Verteilung der Wissenarbeiter in Organisationen: 30% sind Wissensarbeiter, 30% sind Mitarbeiter mit einige … Read More […]

  2. […] In der Vergangenheit habe ich schon öfters zu Enterprise Wikis geschrieben und dabei festgestellt, dass die Wikis alle noch nicht so richtig erwachsen geworden sind. Oscar Berg hat sich nun vor einem Monat in seinem Blog The Content Economy mit der Studie Knowledge Workers and Knowledge Work von the work foundation beschäftigt, vor allem der Verteilung der Wissenarbeiter in Organisationen: 30% sind Wissensarbeiter, 30% sind Mitarbeiter mit einige … Read More […]

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