Die Grundregel für die erfolgreiche Einführung von Projektmanagement

Erst einmal eine Leseempfehlung für PM-Einsteiger: Eberhard Huber hat in seinem Blog heute sehr gut Projektleitung in weniger als 1.000 Worten zusammengefasst. Nur der Epilog mit der Behauptung, dass nahezu jeder PM-Ansatz geeignet ist die Grundfragen des Risikomanagements zu beantworten, hat mich nachdenklich gemacht. Zum einen legt der Epilog nahe, dass Scrum ein PM-Ansatz ist: Das ist definitiv falsch!

Zum anderen kann ich mich nicht mit dem Gedanken anfreunden, dass es irrelevant ist, ob in dem gewählten PM-Ansatz die Rolle des Projektleiters definiert ist. Soweit kann man das Thema Projektmanagement nicht simplifizieren.

Für die Einführung oder Weiterentwicklung von Projektmanagement gilt die Grundregel:

Die Betroffenen sind da abzuholen wo sie stehen.

D.h. es kann kein x-beliebiges PM-Framework zur Hand genommen werden, sondern ein genaues Assessment des Reifegrades und der Kultur der Organisation liefert die Grundlage für die Entscheidung welches Framework oder welche Methodik adaptiert wird. Für den Erfolg sind weiterhin präzise Rollendefinitionen unabdingbar, egal ob der Projektleiter nun Projektleiter heisst oder anders. Wenn die Betroffenen nicht abgeholt werden oder nicht wissen, was ihre Aufgaben, Verantwortungen und Kompetenzen sind (vgl. AKV bei Wikipedia), wird die Methodik nicht die gewünschte Wirkung entfalten, da sich die Betroffenen früher oder später dagegen wehren.

Die Conclusio, dass alle Methoden nur Hilfsmittel sind, die den Menschen helfen sollen, teile ich. Den Rest des Epilogs würde ich von meiner Warte als Projektmanagementberater anders schreiben.

Foto: Frederic della Faille

2 Antworten zu Die Grundregel für die erfolgreiche Einführung von Projektmanagement

  1. Ich gebe zu ich habe im Epilog ein wenig vereinfacht und provoziert 😉

    Aber ganz ernsthaft … die Rolle des Projektleiters wird in verschiedenen Ansätzen mit unterschiedlichen Aufgaben belegt aber dennoch gleich benannt. In Scrum hingegen wird die Arbeit des PL auf zwei Rollen verteilt, die „Aufgabe“ Projektleitung existiert aber dennoch weiter. Ob Scrum ein PM Ansatz ist oder nicht ist für mich gar nicht mal die entscheidende Frage. Die Produkte oder Vorhaben, die mit Scrum realisiert werden, sind m.E. in vielen Fällen keine Projekte im engeren Sinn.

    Hier

    Wenn die Betroffenen nicht abgeholt werden oder nicht wissen, was ihre Aufgaben, Verantwortungen und Kompetenzen sind …

    stimme ich Dir 100% zu, genau daran krankt es z.B. bei Scrum oft erheblich.

    P.S. über den Epilog denke ich nochmal nach

    • Jaja, ich habe auch nicht minder gründlich ausgeteilt und hoffe nicht zu hart gewesen zu sein.

      Die Aufgabe Projektleitung wird in Scrum nicht abgedeckt, dafür wird ein Teil der Kommunikation standardisiert, z.B. in Sprint Planning, Daily Scrum und Sprint Review.

      Bei der aktuellen Scrum-Einführung mache ich gerade Betroffene zu Beteiligten indem ich mit den Entwicklern und Teamleitern, denen Scrum besonders am Herzen liegt, gemeinsam die Scrum-Adaption durchführe. Dies natürlich ohne die Regeln von Scrum nun grundlegend zu brechen.

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