Metriken – eine Grundlage kontinuierlicher Prozessverbesserung

Bei Metriken halte ich es mit Bill Hewlett gemäß seinem Ausspruch „You cannot manage what you cannot measure…and what gets measured gets done“. Auf der anderen Seite sagt Stefan Hagen im Videointerview zu Vorgehensmodellen, dass er das Paradigma aus dem Qualitätsmanagement, nur Messbares verbessern zu können, nicht teilt. Was in dem Zitat von Bill Hewlett nicht hervorgehoben wird ist die Notwendigkeit, weiche Faktoren in Themen wie Prozessverbesserung einfließen zu lassen. Aber zunächst zwei Beispiele zum Thema Metriken.

Es gibt offensichtliche Metriken wie den minütlichen Wasserverbrauch Berliner Haushalte, der einem diverse Einblicke in den WM-Fussballfanatismus der Nation ermöglicht:

Hier gewinnt man offensichtlich aus den gemessenen Daten in Korrelation mit Ereignissen, aussagekräftige Informationen. Auf der anderen Seite kann aus Statistiken bekanntermaßen für Einzelfälle wenig abgeleitet werden:

Ob Deutschlands einziger echter Rosinenbomber, wie gestern geschehen, nun 8 Flugstunden nach der Überholung abstürzt, lässt sich nicht vorhersagen.


Somit hat Stefan Recht in der Hinsicht, dass Metriken kein Allheilmittel sind. Auf der anderen Seite wird sich der Wasserbrauch sicher nicht gemäß Goodheart’s Gesetz verändern wenn man Zielvorgaben für den Wasserverbrauch vorgibt. D.h. das Spiel wird den Zuschauern so gut wie immer wichtiger sein als jegliche Zielvorgabe. Damit ist die nasse Metrik auf Dauer stabil.

Für meine aktuelle Einführung von Projektmanagement habe ich dem Kunden empfohlen Metriken einzuführen, die vor und nach der Einführung der neuen Prozesse gemessen werden um herauszufinden, wie gut die Änderungen anschlagen und welche Schwächen noch nicht ausreichend adressiert wurden. Man kann dies natürlich lassen und mit einer gefühlten Verbesserung zufrieden sein, allerdings kann man so niemals sicher sein, wirklich etwas verbessert zu haben außer dem gefühlten Unterschied zwischen den alten und neuen Realitäten. Durch geeignete Metriken kann man dagegen relativ objektive Aussagen gewinnen.

Und nun geht der Ball an Stefan, ich gespannt auf seine Antwort.

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