Business iPad #6: Präsentationen – eine grauenvolle Erfahrung

Mit eine der wichtigsten Anwendungen des iPads für mich als Business User wäre die Erstellung, Bearbeitung und Wiedergabe von Präsentationen. Apple ist hier auf die hauseigene Applikation Keynote fixiert, die es ebenfalls als Desktop-Applikation auf dem Mac gibt und wahrscheinlich auch in Kürze als iPhone-Version geben wird. Als iPad App ist Keynote äußerst gut zu bedienen und für die Erstellung der kleinen Preso auf dem Wege gut geeignet. Aber welcher Kunde kann schon mit Keynote-Dateien etwas anfangen? Also zurück zu Microsoft, dem iPad und der Antwort auf die Frage, die mir ein Geschäftsmann gestern morgen im Flugzeug stellte: Haben Sie da Microsoft Office drauf?

  1. Erstellung
    Die Erstellung von Präsentationen ist meines Wissens mit derzeitigen Tools im Powerpoint-Format nicht sinnvoll möglich.

  2. Änderung
    Mit Documents to go kann man sich Powerpoint-Präsentationen ansehen, allerdings gibt es selbst bei einfachen Dateien bereits heftige Defizite bei der Darstellung, Änderungen beschränken sich scheinbar auf die Bearbeitung von Stichwortlisten. Wegen der Vorbereitung einer dringenden Kundenpräsentation habe ich dann Notizen für die Slides in Documents to go erfasst und diese im Zug auf dem Laptop in Powerpoint eingearbeitet.

  3. Wiedergabe
    In Documents 2 go habe ich keine Möglichkeit gefunden, Powerpoint-Präsentationen als Vollbild sinnvoll darzustellen. Allerdings kann man sie auf dem Mac mittles Keynote in das .key-Format konvertieren und dann mittels iTunes auf das iPad schieben:


    Aufgrund der vielen Powerpoint-Features, die Keynote nicht importieren kann, macht der Weg keinen Sinn. Der Vorteil ist allerdings, dass man Präsentationen mit Keynote über den VGA-Adapter des iPad auf den Beamer bringen kann. Wenn man dies tut muss man sich aber bewusst sein, dass die Presenterfeatures grottenschlecht sind. Man kann Slides vorwärts und rückwärts auf dem iPad wechseln und eine Liste mit Thumbnails der Slides abrufen, auf denen man wirklich nichts erkennen kann.

    Die nächste Alternative ist der Export als Film aus Powerpoint, allerdings ergibt dies ebenfalls eine grauenhafte Qualität. Diesmal weil Powerpoint 2008 sich außerstande sieht vernünftig Anti-Aliasing zu berechnen. D.h. man erlebt Pixelqualen der ersten PC-Stunden. Abgesehen davon kann das iPad den Film nicht ohne zusätzliche Konvertierung auf dem Mac wiedergeben.

    Letzte Alternative: Export aus Powerpoint als Bilderfolge. Soweit so gut, auf dem iPad allein kann man damit ohne Animation etc. alles ganz gut betrachten. Über den VGA-Adapter muss man eine Slideshow starten und nach jedem Bild durch Tipp auf das Display anhalten. Zum Weiterschalten sind dann zwei gezielte Tipps im Menüsystem notwendig.

Fazit: Auf der grünen Wiese kann man mit iWork sehr gute Ergebnisse erzielen, Powerpoint bleibt komplett außen vor.

Wer seinen MacBook mit Office 2008 an den Beamer anschließt, scheint mit iClickr PowerPoint Remote for iPad gut bedient zu sein, auch wenn ein kleines iPhone sicher besser wirkt auf der Bühne.

Bisherige Beiträge zum iPad:

  1. Hardware – die Abrechnung
  2. Was kann man auf Reisen offline erledigen?
  3. Aufgaben managen
  4. Getting Things Done + kostenlose iPad-Tasche
  5. Mails und Kalender tunen

12 Antworten zu Business iPad #6: Präsentationen – eine grauenvolle Erfahrung

  1. Martin sagt:

    Präsentationen in PDF ist einfach und sicher. Aber was ist mit Effekten wie Einblendungen etc.? Mit solchen Spielereien sollte man natürlich sehr behutsam vorgehen, aber gerade Prozesse lassen sich so manchmal hervorragend visualisieren.

    Kann Keynotes solche Einblendungen übernehmen? PDF natürlich nich:)
    Gruß
    Martin

  2. […] Präsentationen zu erstellen, zu bearbeiten und über den VGA-Adapter des iPad abzuspielen. Es gibt einige Mankos, aber insgesamt führt an Keynote kein Weg vorbei, wenn man unterwegs eine gute Preso erstellen […]

  3. Herr Maier sagt:

    Meiner Meinung nach sollten Kunden grundsätzlich keine Produktivpräsentationen erhalten. Was soll der Kunde auch mit meinen (in der Originaldatei gespeicherten) Präsentationsnotizen in denen vielleicht steht „Punkt 1 mehrfach betonen“.
    Verschicken Sie PDF-Dateien, die kann jeder lesen und überdenken Sie einen Umstieg auf Keynote, das mittlerweile für die Allerweltspräsentation genauso leistungsfähig ist wie PowerPoint. Dann kommen Sie mit dem iPad auch weiter. Ich persönlich möchte jedoch für eine anständige Präsentation nicht auf den Laptop verzichten insofern weiß ich nicht, ob die Frage „Präsentationen auf dem iPad“ überhaupt gerechtfertigt ist.

    Gruß,
    Herr Maier

    • Es kommt immer auf die Erwartung des Kunden an. Präsentation, die ich im eigenen Namen halte, gebe ich nur als PDF weiter. Umgekehrt wünschen Kunden regelmäßig Präsentationen, die unter ihrem Namen gehalten werden sollen. Insofern stimme ich Ihnen zu, Keynote wäre mir lieber, dafür muss dass Verhältnis zwischen den Präsentationstypen sich allerdings noch ändern.

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