Kommunikationsdefizite – weshalb die Welt ein Schlamassel ist

Das Blog von Scott Berkun gefällt mir immer besser. Er lebt von seinen Büchern und Vorträgen und zeichnet sich dadurch aus, dass er kein Blatt vor den Mund nimmt. Vorletzte Woche hat er kurz die beiden Grundursachen diskutiert, die aus seiner Sicht die Welt zum Schlamassel machen: Leute hören nicht z und lesen schon gar nicht.

  • Leute hören nicht zu
    Unabhängig davon, wie man den Stand der Welt nun sieht, warten viele in einem Gespräch einfach nur auf die Chance endlich selbst das Wort ergreifen zu können anstatt wirklich zuzuhören und zwischen den Zeilen zu lesen, was der Gesprächspartner eigentlich sagen möchte. Wenn man nicht glaubt, dass jemand zuhört, spricht man gerne lauter und setzt damit eine negative Feedbackspirale fort. Insofern kann man aufgeregte oder wütende Personen häufig einfach dadurch herunterholen, dass man ihnen zuhört und sie ggf. bestätigt. Ich gebe zu, dass mich manche langezogene Darstellungen unglaublich langweilen und dann erwische ich mich tatsächlich dabei, auf das Ende zu hoffen um ggf. einhaken zu können. Und wie oft hört man Tag nicht richtig zu und bekommt es noch nicht einmal mehr mit?

  • Leute lesen nicht
    Scott erläutert an einem kurzen Blogposting, in dem er beschreibt wie man ein Buch schreibt, dass Leute häufig nach den Aussagen in einem Text suchen, die sie bestätigen. Die meisten der Kommentare auf sein Posting sind Fragen dazu, wie man nun um den Aufwand des Schreibens herumkommt. Die Leser haben einfach nicht verstanden bzw. wollen nicht glauben, dass es nunmal keine Abkürzung gibt wenn man ein gutes Buch schreiben will. So verschwenden die Leser mehr Zeit damit eine unsinnige Frage zu schreiben, als das kurze Blogposting richtig zu lesen.

Natürlich kann man von hier aus wieder tiefer graben und kommt dann zu den Charakterfragen und der menschlichen Natur an sich. Festzuhalten bleibt, dass wir uns in unserem beruflichen Umfeld eigentlich ständig fragen sollten ob wir wirklich zuhören, auch wenn es gerade nicht um unsere aktuelle Top-Priorität geht und ob wir rechtzeitig erkennen, dass uns die andere Person nicht zuhört. Der zweite Punkte ist relativ schnell erkannt, der erste Punkt weniger.

2 Responses to Kommunikationsdefizite – weshalb die Welt ein Schlamassel ist

  1. […] Sagte ich eigentlich schon, dass Zielvereinbarungen out sind? Und wussten Sie, dass die wahrscheinlich die Hälfte von Ihnen diesen Kommentar ignoriert weil er nicht in ihr Weltbild passt? […]

  2. Milon Gupta sagt:

    Dem ersten Punkt stimme ich voll zu. Aufmerksames, unvoreingenommenes Zuhören ist Voraussetzung dafür, dass Kommunikation gelingt. Es findet leider zu selten statt. Der zweite Punkt sollte korrekt heißen: Die meisten Leute verstehen nur, was sie verstehen wollen. Das dritte wesentliche Kommunikationsdefizit: Viele Leute, gerade in Projekten, können nicht klar ausdrücken, was sie meinen und wollen. Damit verstärken sie die beiden ersten Probleme.

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