Der Kundenkapitalismus beerbt den Shareholder Value – endlich wird umgedacht!

Endlich schreibt jemand für mich einen Artikel, den ich schon lange lesen wollte. Roger Martin kündigt im Harvard Business Manager den Nachfolger des Shareholder Value-Kapitalismus an. Aber wie fing alles an?

Der sogenannte Managerkapitalismus begann 1932 mit der Trennung zwischen Management und Unternehmens-Eigentum. Gemeinhin gilt die Rede von Jack Welch (CEO von GE) 1981 als Startschuss für die Shareholder Value-Sackgasse. Immerhin brachte ihm das geschätzt ein GE-Aktienvermögen von 900 Millionen Dollar, den Shareholdern hat dieser Irrweg nachweislich nichts gebracht. Dafür wurden erfolgreich viele Firmen und Werte vernichtet. Die Jahresrendite der S&P 500-Aktionäre sank von 7,6% zwischen 1933 bis 1976 auf nur noch 5,9% in der Shareholder-Value-Periode.


Nun startet die Argumentation von Roger Martin mit dem Hinweis von Peter Drucker, dass der Hauptzweck eines Unternehmens das Anwerben und Halten von Kunden sei. Zunächst sieht er einen Konflikt zwischen Shareholder Value und Kundenzufriedenheit, denn man kann immer nur auf ein Ziel hin optimieren.
Randbemerkung: Wir Projektmanager sollen immer gleich alle Projektrandbedingungen optimieren, könnte jemand ihren jetzt aufblitzenden Gedanken mal kurz den Sponsoren vermitteln?

Weiter: Für Manager ist die einzig sichere Methoden den Shareholder Value zu steigern das Schüren der positiven Erwartungen über die Zukunft des Unternehmens. Das Problem dabei ist, dass die Aktionäre dann immer gieriger werden und auf negative Nachrichten überzogen reagieren…das funktioniert also nicht ewig.

Fakt ist, dass der Unternehmenswert schwankt. Viele Manager springen deshalb kurz vor dem Abschwung ab und hinterlassen die Misere ihrem Nachfolger, natürlich nicht ohne mächtig Geld abzustauben für scheinbar Geleistetes.

Das neue Konzept soll die Maximierung der Kundenzufriedenheit bei akzeptabler und dem Risiko angemessener Aktienrendite sein. Johnson & Johnson sowie Procter & Gamble haben erfolgreich vorgeführt, dass die Position des Kunden an erster Stelle der Prioritätenliste eines Unternehmens zu langfristig hervorragenden Ergebnissen für die Aktionäre führt. Ein Vergütungsmodell, welches die Ausübung von Aktienoptionen durch scheidende CEOs erst einige Jahre nach dem Ausscheiden ermöglicht, unterstützt auch hier die Ausrichtung der Strategie auf langfristige Erfolge.

Für weitere Details und konkrete Fakten zu den beiden zuletzt genannten Unternehmen empfehle ich den zweiteiligen Artikel von Roger Martin.

2 Antworten zu Der Kundenkapitalismus beerbt den Shareholder Value – endlich wird umgedacht!

  1. Mathias sagt:

    Ein interessanter Beitrag und sicherlich ein richtiger Schritt in die richtige Richtung bezüglich einer langfristigen Ausrichtung von Unternehmen. Die Frage ist wie so oft nur, werden weitere Unternehmen diesem Ansatz folgen?

    Häufig ist es doch so das „bessere“ Methoden oder Ansätze bekannt sind, diese aber trotzdem nicht genutzt werden. Aus welchen Gründen auch immer…

    Und wie sieht es aus wenn der Kunde auch gleichzeitig Shareholder ist?

  2. […] This post was mentioned on Twitter by Andreas Heilwagen. Andreas Heilwagen said: Der Kundenkapitalismus beerbt den Shareholder Value – endlich wird umgedacht!: http://wp.me/ph8DD-1qB #pmot #pmde […]

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