Warum ignorieren Sie Typographie in Präsentationen? Die wichtigsten Regeln!

Die meisten Computernutzer kennen sich so gut wie nicht mit Typographie aus und die meisten Bücher sind heute eher kostengünstig produziert denn Musterbeispiele dafür, wie gute Bücher aussehen sollten. Haben Sie die Schriftart in Ihrem Präsentationsprogramm bewusst gewählt? Nicht? Dann wird es Zeit, denn Schriften sagen viel über Sie und Texte, mit denen sie gesetzt sind aus.

Nachdem ich mich gerade als Fan des presentationzen-Blogs von Garr Reynolds und seinem neuen Buch geoutet habe hier einige Schriftarten, die er für Präsentationen empfiehlt:

  • Baskerville – kultiviert, gediegen und und bewundernswert einfach
  • Bodoni – elegant, subjektiv, klassisch und zugleich modern
  • Caslon – gediegen, formell, kräftig aber anmutig
  • Franklin Gothic – klassische serifenlose Schrift
  • Frutiger – kräftig, lesbar, einfach, glatt
  • Futura – elgante serifenlose Schrift
  • Garamond – klassisch elegant, erwachsen
  • Gill Sans – serifenlose Schrift mit ausgeprägter, warmer und freundlicher Persönlichkeit, meine Firmenschriftart und wenn Sie einen guten Browser haben auch die Schriftart dieses Blogs
  • Helvetica – neutral ohne langweilig zu sein, einfach, zeitgemäß
  • Optima – glatt, edel, beruhigend, elegant, aus meiner Sicht allerdings teilweise zu geringe Strichstärke für Präsentationen
  • Rockwell – eigen, fett, selbstsicher


Die meisten dieser Schriften sind auf Ihrem Computer sicher vorinstalliert.

Und an welche Regeln sollte man sich nun halten? Hier Empfehlungen von Garr Reynolds, ergänzt um einige von mir:

  1. Möglichst nur eine Schriftfamilie pro Folie, ich empfehle eine Basis-Schriftfamilie für die ganze Präsentation zu wählen und diese jeweils nur mit guten Gründen zu verlassen
  2. Mehr als drei Schnitte der Schriftfamilie sollten sich nicht auf einer Folie finden
  3. Nicht mehr als vier Schriftgrößen verwenden
  4. Bei der Wahl der Schnitte und Schriftgrößen immer auf die Hierarchie achten, d.h. insbesondere wie das Auge des Betrachters geführt werden soll
  5. Fett kursiv ist ein Anschlag auf den guten Geschmack, auch wenn Powerpoint gerne fette Schnitte wählt bitte dann nicht noch auf kursiv klicken, das ist eine Typographie-Sünde erster Kajüte!
  6. Die Schriftart sollte immer zur getroffenen Aussage passen
  7. Texte brauchen nun wirklich nicht nur horizontal auf der Folie stehen, gerade bei der Verwendung von folienfüllenden Fotos sollte die Schriftrichtung in einem harmonischen Zusammenhang dazu stehen
  8. Mickey Mouse-Schriftgrößen sind out. Sie müssen nicht auch noch die letzte Information auf der Folie unterbringen, sondern vielmehr für die letzte Reihe der Zuhörer konzipieren
  9. Wenn Schrift auf kontrastreichen Bildern verwendet wird sollte sie durch einen halbtransparenten einfarbigen Hintergrund abgesetzt werden um die Lesbarkeit zu erhöhen
  10. Und wie immer gilt: Weniger ist mehr. Je weniger Text auf einer Folie steht, desto ausdrucksstärker kann die Schriftart sein
  11. Überprüfen Sie die Zeilenabstände und ob inhaltlich zusammenhängende Zeilen auch als solche wahrgenommen werden

Ab heute sollten Sie immer mit einem zusätzlichen Auge prüfen, ob die Aussagen der Typographie Ihrer Präsentation konsistent sind mit den Nachrichten, die Sie übermitteln wollen…

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3 Antworten zu Warum ignorieren Sie Typographie in Präsentationen? Die wichtigsten Regeln!

  1. […] Warum ignorieren Sie Typographie in Präsentationen? […]

  2. […] Warum ignorieren Sie Typographie in Präsentationen? Die wichtigsten Regeln! March 4th, 2010 | Tags: fonts, PM, presentations | Category: […]

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