Tag 2 der GPM Forschungswerkstatt – Reifegradmodelle für Organisationen

Der zweite Tag der Forschungswerkstatt diente der Vertiefung einer Auswahl am ersten Tag gesammelter Themen. Ich hab mich der Arbeitsgruppe Reifegradmodelle angeschlossen um herauszufinden, wie ein Modell beschaffen sein muss um Organisational Competence in Project Management messbar zu machen.

Die erste gemeinsame Erkenntnis war, dass die bestehenden Reifegradmodelle Projektmanagement entweder nur streifen (CMMI) oder an sich nicht besonders überzeugen (OPM3). Keines der bekannten Modelle betrachtet Projektmanagement mit der umgebenden Organisationen unter ausreichender Berücksichtigung von Themen wie Kultur, Strategie, Rollen, Wissensmanagement etc.

Im ersten Schritt war so bestätigt, dass die bestehenden Modelle die Erfolgsfaktoren für Projekte und Projektmanagement in Organisationen nur unzureichend berücksichtigen und ein neues Modell Sinn macht. Ein neues Modell sollte im Gegensatz zu vielen bestehenden Modellen unbedingt eine theoretische Basis aufweisen und hinsichtlich seiner Komplexität begrenzt sein. Wir sind zum Schluss gekommen, dass man nur eine beschränkte Anzahl von Aspekten zu betrachten braucht, da viele andere daraus automatisch folgen.

Diese Gedanken stellen nur einen Bruchteil der Ergebnisse der Arbeitsgruppe dar. Wie geht es nun weiter?


Mir hat die Forschungswerktstatt bewiesen, dass die GPM in der Lage und Willens ist, sich der Weiterentwicklung des Projektmanagements zu widmen und dazu geeignete Leute um sich zu scharen. Ich werde auf Basis der Dokumentation der Forschungswerkstatt einige Themen im Blog aufgreifen und zur Diskussion stellen. Etwas zeitversetzt wird es auch wieder einen Tagungsband der GPM zur Forschungswerkstatt geben, in der die Ergebnisse aufgearbeitet werden.

Was die Zukunft bringt, weiss ich auch noch nicht. Fest steht jedenfalls, dass im Bereich Organisationskompetenz im Zusammenspiel mit Projektmanagement ein neues Feld darauf wartet, systematisch erschlossen zu werden. Reifegradmodelle sind nur ein Aspekt des Themas, auch hier besteht Handlungsbedarf.

Zentraler Angriffspunkt für jede Art von Umsetzung des Thema ist die Unterstützung des Top-Managements von Organisationen. Dafür muss letztlich ein überzeugender business case geschaffen werden, basierend auf einem soliden theoretischen Fundament.

3 Antworten zu Tag 2 der GPM Forschungswerkstatt – Reifegradmodelle für Organisationen

  1. […] Im Rahmen der GPM Forschungswerkstatt in Berlin (Berichte Tag 1 und Tag 2) fragt mich Prof. Schelle, was ich von der World Café-Methode halten würde. Hier nun die […]

  2. Thomas sagt:

    Hallo Andreas,

    ich fände es klasse, wenn es zukünftig ein Prozessreferenz sowie ein Prozessassessmentmodell auf der Basis von ISO 15504-2 für das Thema Projektmanagement geben würde. Die Compliance zu diesem strukturdefinierenden Standard für Modelle der Prozessbewertung würde eine kombinierte Verwendung mit anderen Prozessmodellen wie SPICE, MediSPICE oder automotiveSPICE deutlich vereinfachen.

    Eine zweite Option wäre, ein PM Prozessmodell strukturell an CMMI anzulehnen. Das wäre auch in Ordnung.

    Gar nicht gut fände ich es hingegen, wenn man schon wieder eine neue Struktur erfinden würde.

    Grüße,
    Thomas

    • Bei der Frage der notwendigen Disziplinen und Wissensaspekte in einem Team, dass so ein Reifegradmodell entwickeln würde, hatten wir auch das Thema Normen und Standards identifiziert. Ich gebe Ihr konkretes Feedback gerne an die GPM weiter und mache dies auch mit den anderen Anmerkungen zu diesen Postings.

%d Bloggern gefällt das: