Microblogging als ergänzendes Projektkommunikationsmittel?

Meinung (Icon)Das Thema Microblogging in Projekten kreist gerade wieder in den PM-Blogosphäre auf Basis eines Postings von Claudio Sprenger. Wenn ich das Posting bewusst aus meiner Brille betrachte, fasst das folgende Statement das Ergebnis für mich passend zusammen:

Microblogging soll die altbewährten Projektkommunikationstools wie E-Mail, Ordnerstrukturen und -ablagen nicht ersetzen. Es soll eher als Ergänzung der kollaborativen Informations- und Kommunikationsumgebung dienen.

Es gibt diverse Tools wie Chat, Telefon- und Videokonferenzen etc., die für Projekte effektive Kommunikationsformen darstellen. Gerade in meinem derzeitigen Projekt sehe ich jedoch einen wesentlichen Unterschied zwischen nachhaltigen und ergänzenden Kommunikationsformen.


Chats, Telefon-/Videokonferenzen und Twitter sind aus meiner Sicht gute Mittel, um die Projektkommunikation je nach Anlass effektiv zu realisieren. Allerdings gilt für mich am Beispiel dieser vier Wege: Man kann sie als Weg zu einer Entscheidung oder zur Verteilung von Informationen nutzen, allerdings sind sie nach Projektende nur begrenzt nachvollziehbar. Eine E-Mail mit einer Entscheidung oder ein Meetingprotokoll kann geeignet archiviert werden, um nach einem Projekt nachvollziehen zu können, was warum geschehen ist. Wie mache ich dies mit einem Microblog?

Wenn das Projektteam gerne Microblogging verwenden möchte, finde ich es als Motivationsaspekt positiv. Es sollte allerdings gewährleistet sein, dass das „Tool“ nicht über seine Fähigkeiten hinaus verwendet wird.

Konkreter Anlass meines Postings? Die Kluft zwischen Hype und harter Realität. Die harte Realität bedeutet für mich gerade: Aufarbeitung von Kundenanforderungen nach einer kurzen Übergabe, deren Anforderungsstatus nicht immer sauber dokumentiert wurde. D.h. ich führe immer wieder Gespräche über Themen, die scheinbar aktuell sind, andererseits aber von einigen Personen ohne Dokumentation längst beerdigt wurden. In vielen Fällen flossen Ergebnisse mündlicher Abstimmungen nicht in die Dokumentation ein. Bei Microblogging sehe ich eine ähnliche Gefahr: wer sorgt dafür, dass darüber erreichte Ergebnisse dann durch eine andere geeignete Kommunikationsform festgehalten werden? A fool with a tool is still a fool! Also, Microblogging kann eine gute Ergänzung der Projektkommunikation sein, aber seien Sie sich über die Grenzen im Klaren. Ich für meinen Teil würde selbst nicht die Initiative starten, Microblogging für Projekte einzuführen aufgrund der bekannten Schwächen. Es als in einer Gruppe etablierte Kommunikationsform dem Projektteam zu „verbieten“ ist allerdings genauso kontraproduktiv. In diesem Sinn bin ich gespannt, wie es mit dem Thema weitergeht.

Einige andere Postings hierzu waren:

Eine Antwort zu Microblogging als ergänzendes Projektkommunikationsmittel?

  1. […] a fool with a tool is still a fool Okt 30th, 2009 by posterous. Die Kluft zwischen Hype und harter Realität. Die harte Realität bedeutet für mich gerade: Aufarbeitung von Kundenanforderungen nach einer kurzen Übergabe, deren Anforderungsstatus nicht immer sauber dokumentiert wurde. D.h. ich führe immer wieder Gespräche über Themen, die scheinbar aktuell sind, andererseits aber von einigen Personen ohne Dokumentation längst beerdigt wurden. In vielen Fällen flossen Ergebnisse mündlicher Abstimmungen nicht in die Dokumentation ein. Bei Microblogging sehe ich eine ähnliche Gefahr: wer sorgt dafür, dass darüber erreichte Ergebnisse dann durch eine andere geeignete Kommunikationsform festgehalten werden? A fool with a tool is still a fool! via pjmb.wordpress.com […]

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