DIN/GPM vs. PMI – eine Zusammenfassung

Meinung (Icon)Initiiert durch die (Leise) Kritik am GPM Methodenwürfel von Dr. Stefan Hagen fand letzte Woche eine intensive Diskussion über Begriffe statt, in die sich auch Reinhard Wagner (Forschungsvorstand der GPM) einklinkte. Es wurden viele Argumente ausgetauscht und Standpunkte dargelegt, allerdings ist zumindest mir die Übersicht zwischendurch fast verlorengegangen. Deshalb hier mein persönliches Resümée zum Stand einiger in DIN 69901-5:2009 und dem PMBOK® Guide 4th edition widersprüchlich definierter Begriffe:

PMBOK® Guide DIN 69901-5:2009 Beispiel
Projektphase Projektphase Implementierung, Testen, etc.
Prozessgruppe Projektmanagement-phase Initiierung, Planung, etc.
Wissensgebiete Prozessgruppe Risikomanagement etc.

Die Links in der Tabelle verweisen auf mein vergleichendes Projektmanagement-Wörterbuch unter pm-wörterbuch.de und stellen meine Auffassung in der Praxis einsetzbarer klarer Definitionen von PM-Begriffen dar.

Die Meinung über das Wörterbuch gingen ebenfalls weit auseinander von:

„Übrigens ist es natürlich nicht hilfreich, wenn z.B. Herr Heilwagen seine eigenen Definitionen für die Diskussion heranzieht, die ja schon genug kompliziert bezüglich „Sprachklarheit“ ist.“ (Wagner)

bis

„[…] also ich finde Deine Initiative pm-wörterbuch.de klasse. Denn endlich wird mal deutlich, dass im Projektmanagement (und auch anderswo) viele verschiedene Definitionen für ein und dieselben Begriffe herum geistern.“ (Dr. Hagen)

Alle Protagonisten der Begriffssdiskussion sind sich letztlich einig, dass die geplante internationale Projektmanagement-Norm ISO 21500 Klarheit bringen wird. Das Wörterbuch werde ich mit Veröffentlichung des ersten frei verfügbaren Drafts der neuen Norm umgehend aktualisieren.

Hinsichtlich des Dissenz zwischen der von der GPM maßgeblich vorangetriebenen und unterstützten DIN 69901:2009 und dem vom PMI® aufgelegten und vom ANSI zur Norm erhobenen PMBOK® Guide 4th edition empfehle ich persönlich derzeit Zurückhaltung bezüglich der neuen DIN. Die PMI-Begriffe sind bereits seit langer Zeit etabliert, das DIN ist mit der ersten Auflage eines Prozessmodells jetzt in die Welt der PM-Prozessmodelle und der zugehörigen Begriffe eingestiegen. An der Norm müssen noch einige Ecken und Kanten abgeschliffen werden, z.B. sehe ich von der DIN definierte Prozesse wie „S.5.1 Kickoff durchführen“ und „A.5.1 Abschlussbesprechung durchführen“ eher als Aktivitäten. Bis zur Veröffentlichung von ISO 21500 kann das PM Wörterbuch bei der Entscheidung für den organisationsspezifischen Gebrauch von Begriffsdefinitionen unterstützen.

Auf jeden Fall empfehle ich das Studium der neuen DIN-Norm bevor in einer Organisation eine bestehende PM-Methodik auf einen Standard oder eine Norm ausgerichtet wird oder eine neue PM-Methodik eingeführt wird.

Folgende vertiefende Artikel gibt es in diesem Blog:

2 Antworten zu DIN/GPM vs. PMI – eine Zusammenfassung

  1. […] sind bekannte Dinge. Allerdings widerspricht die Ansicht der deutschen PM-Norm DIN 69901-5:2009 wieder einmal dem Rest der PM-Welt. Diesmal muss man der Norm allerdings zugute halten, dass ihre Sicht differenzierter ist gegenüber […]

  2. Tural sagt:

    Herr Heilwagen

    Es ist für uns sehr hilfreich, dass Sie ihre eigenen Definitionen für die Diskussion um DIN, GPM, PMI etc… heranziehen.
    Geben Sie Maslow ruhig weitere Gegenbeispiele: „Wer einen Hammer hat, für den ist jedes Problem ein Nagel“. (Die mit einem Hammer gibt es sowohl bei PMI als auch bei GPM genügend.)
    Tural

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