Das Internet-Manifest der Blogger für den neuen Journalismus

Meinung (Icon)Führende Blogger wie Markus Beckedahl (Netzpolitik.org), Johnny Haeusler (Spreeblick), Thomas Knüwer (Handelsblatt) und Stefan Niggemeier (Bildblog) haben ein Internet-Manifest mit 17 Thesen über Journalismus, wie er heute funktioniert, veröffentlicht.

Die aus meiner Sicht wichtigsten Punkte sind

  1. Die Journalisten und Verlage müssen sich der neuen technologischen Realität anpassen, nicht umgekehrt.
  2. Die journalistische Qualität erhält Vorrang vor den an hohe Investitionen geknüpften Veröffentlichungen.
  3. Die Freiheit des Internet ist unantastbar, Zugangssperren u.ä. zum Schutz wirtschaftlicher und politischer Einzelinteressen sind fehl am Platz.
  4. Vernetzung von Inhalten ohne Entlohnung des Autors ist schützenswert und ermöglicht überhaupt erst die Kultur des vernetzten Gesellschaftsdiskurses.
  5. Das Internet hebt die Grenzen zwischen Amateuren und Profis auf. Es zählt die Qualität und nicht die Entlohnung.
  6. Das Netz vergisst nicht, deshalb muss der Journalismus die Entwicklung von Information, ihre Interpretation und Irrtümer berücksichtigen und demnach Fehler zugeben und korrigieren.


Letztlich ist das Manifest eine Kulmination der Kollision alter und neuer Geschäftsmodelle. Angeregt durch den Rechtewahnsinn im Bereich Musik und Film, versuchen sich nun die Verlage daran, dass Internet im Interesse veralteter Geschäftsmodelle zu beschneiden. Im Internet wird zwar viel Unfug geschrieben, dem halbwegs erfahrenen Datenreisenden erschließt sich die Qualität von Informationen allerdings recht schnell.

Im Bereich Projektmanagement ist das PMI ein besonders schlechter Kandidat, was den Versuch der Kontrolle von Informationen im Internet betrifft. In seinem Linking Agreement Punkt 8 wird doch tatsächlich verlangt, dass keine negativen Äußerungen über das PMI getätigt werden wenn man dorthin verlinkt. Weiterhin darf man nur auf die Homepage verlinken. Dies ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie man sich im Internet keine Freunde macht. Durchsetzbar ist das Linking Agreement aufgrund der aktuellen Rechtslage in Deutschland nicht. Ich würde ich das Manifest auch gerne ins Englische übersetzen, wenn ich den begründeten Verdacht hätte, dass man eine Änderung beim PMI herbeiführen könnte.

In diesem Sinne: Lesen Sie die Projektmanagement Blogs, gemischt mit den Publikationen der Fachverbände um sich ein ausgewogenes Bild zu machen. Denn nicht immer entspricht was gedruckt wird den Tatsachen…

2 Antworten zu Das Internet-Manifest der Blogger für den neuen Journalismus

  1. […] volunteer application and PMBOK v5 – Raise a Little Hell, I dug up my posting about an internet manifesto for bloggers. Although there will be many people more qualified than us to serve as PMBOK® Guide 5th edition […]

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