Microblogging – zwischen Schwätzmaschine und Projekttool

Praxis (Icon)Vor einigen Tagen habe ich mich bereits einmal kritisch mit Twitter auseinandergesetzt und die verschiedensten Reaktionen geerntet:

  • Mike Lanxess: „Der Denkfehler ist glaube ich, Microblogging im Unternehmenskontext mit Twitter zu vergleichen.“
  • Dirk Röhrborn: „Die Nutzung kostet weniger Zeit, als für die E-Mail-Kommunikation notwendig ist, dafür ist der Nutzen durch die höhere Transparenz umso größer. Projektmicroblogs sind aus unserer Arbeit nicht mehr wegzudenken.“
  • Eberhard Huber: „Eine Microblogging Lösung um parallel während kreativen Arbeitens eine Dokumentations-Option zu haben, die synchron oder asynchron von anderen Projekt-Mitgliedern nachvollzogen werden kann, kann in einem Projekt ein wertvolles Werkzeug sein.“
  • Danny Quick: „Wir haben ebenfalls gute Erfahrungen mit Microblogging in Projekten gesammelt. Genau dann, wenn der Termindruck zunimmt und noch viele Einzelaufgaben offen sind.“

Über den Heise-Verlag kamen zu Twitter im Speziellen diverse polarisierende Artikel in den letzten Tagen:

Alles in allem wurde dort viel über den Sinn und Unsinn von Twitter geschrieben. Nun zurück zum Projektmanagement. Microblogging wird erfolgreich für diverse Projekte eingesetzt, auch wenn ich weiter auf der Kontra-Seite stehe. Argumente für den Einsatz waren u.a.

  • Man bekommt schneller einen Überblick über den Projektstand…
  • Durch „Abonnements“ kann man Informationen selektieren…
  • Es gibt eine Historie der Kommunikation…
  • Reduzierung des Mailaufkommens…
  • Speicherplatz sparen durch Längenbegrenzenung…

Der letzten Punkt ist sicher hinfällig da Admins zwar gerne das Argument vorbringen dass Speicherplatz gespart werden sollte, auf der anderen Seite ist er aber spottbillig. Vielmehr wird das Speicherplatzsparen meist eher zum Produktivitätskiller für die Nutzer (vgl. Platzbegrenzung von E-Mail-Postfächern).

Nachdem ich nochmal die gute Diskussion im Blog von Bernhard Schloß zum Microblogging durchgegangen bin, stellt sich mir folgende Frage:

Welche Microblogging-Tools haben Sie bisher erfolgreich in Projekten eingesetzt und was hat sie positiv von den anderen betrachteten Tools abgehoben?

Ich bin schon gespannt auf Ihre Kommentare und werde mir das „beste Microblogging-Tool“ dann vor dem Hintergrund Projektmanagement einem „deep-dive“ unterziehen.

4 Antworten zu Microblogging – zwischen Schwätzmaschine und Projekttool

  1. […] Microblogging – Zwischen Schätzmaschine und Projekttool […]

  2. Ich mag Twitter, aber für mich wären 140 Zeichen in einem Projekt oft zu wenig. Bei unserem Tool ZCOPE gibt’s einen Projekt-Blog, den ich sehr schätze: ich würde meinen, etwa 75% meiner Einträge brauchen mehr als 140 Zeichen.

    Was mich interessieren würde: ist bei jenen, die Microblogging im Unternehmen nutzen die Lösung irgendwie mit der Projektmanagement-Software verbunden oder existieren die neben einander? Und wie wird das mit der Dokumentation organisiert – wird da die History irgendwie zum Projekt mit abgelegt?

  3. surfguard sagt:

    Gegenüber Yammer hat eine eigene Laconica-Installation den Vorteil, dass sie komplett intern und (mit PHP-Kenntnis) beliebig umkonfigurierbar ist. Alleine die Tatsache, dass man das Interface anpassen kann, z.B. das eigene Firmenlogo einbinden, sollte man für die interne Akzeptanz nicht unterschätzen. Außerdem kann man eine Laconica-Instanz aufsetzen, auf die ausschließlich Projektmitarbeiter (und nicht alle Angestellten der Firma) Zugriff haben, und bei Wunsch auch der Kunde.

    Als Nachteil entsteht Installations-, ggf. Implementations- und in der Folge auch Administrationsaufwand.

  4. Christian sagt:

    Yammer ist super, weil anders als Twitter ein geschlossenes System. besonders das Desktop-Widget auf Air Basis ist sehr praktisch und erleichtert die Arbeit mit dem Tool ungemein. In Projekten aus meiner Sicht nicht mehr wegzudenken, wobei ich sagen würde, dass Microblogging z.T. IM-Dienste (AOL, MSN, ICQ) ersetzt, die vorher genutzt wurden.

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