Der agile PMBOK® Guide 4th edition – Agile Projektrollen 1/2

Standardisierung (Icon)In der Serie Der agile PMBOK® Guide liefert der vierte Teil einen Überblick über die Änderungen an den Projektrollen in agilen Projekten. Eine gute Ergänzung zur Lektüre dieses Postings ist das SCRUM Cheat Sheet.

Ausgangspunkt ist die Rollenliste in der 4th edition. Zunächst die Rollen, welche sich geringfügig oder nicht ändern, danach die Diskussion über Rollen wie den Projektmanager, SCRUM Master etc.

  • Portfoliomanager / Portfolio Board
  • Programm-Manager
  • PMO
  • Funktionale Manager
  • Operatives Management
  • Lieferanten

Hier die nun Rollen, die erhebliche Änderungen mit sich bringen:

  • Sponsor
    Der Sponsor muss zu Anfang damit einverstanden sein, dass das Projekt agil durchgeführt wird. Insbesondere die damit verbundenen Änderungen am System der Projektrandbedingungen muss er unterstützen.
    Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Benennung eines Product Owners, sofern SCRUM verwendet wird. Mehr dazu im nächsten Abschnitt.
    Der Sponsor muss im Rahmen agiler Projekte neben dem der Vertretung des Projekts gegenüber dem höheren Management, auch das Marketing für die agile Vorgehensweise an sich übernehmen. Neben der initialien Überzeugung der Stakeholder von der Vorgehensweise, muss kontinuierlich über deren Erfolg oder Misserfolg berichtet und die kontinuierliche Unterstützung sichergestellt werden.

  • Product Owner/Kunde
    Der Product Owner ist bei SCRUM für das finale Produkt, die Stakeholder, das Product Backlog (Anforderungen), den Release Plan und den Business Case verantwortlich. Der größte Teil dieser Verantwortung wird üblicherweise einem klassischen Projektmanager zugeschrieben. Das Problem ist hier, dass die Anforderungen und der Business Case in klassischen Projekten normalerweise nicht in der Verantwortung des Projektmanagers liegen. Er managed eben das Projekt und ist nicht letztendlich für die Fachseite oder den Projekterfolg (im Gegensatz zum Projektmanagementerfolg) verantwortlich.

Für kleine Projekte kann man durchaus ohne dedizierten Projektmanager bei SCRUM auskommen. Bei größeren Projekten muss aus meiner Sicht die Rolle des Product Owners aufgeteilt werden. Die Verantwortung für den Business Case muss beim Sponsor liegen, die Verantwortung für die Anforderungen und das Backlog sollte bei einem vom Sponsor benannten Vertreter der Kundenorganisation liegen. Dieser sollte eng mit dem Projektmanager und dem Projektteam zusammenarbeiten. Eng deshalb, weil der Schwerpunkt dieses Kundenvertreters auf der fachlichen Kompetenz im Anwendungsgebiet liegt, und weniger im organisatorischen Bereich. Letzteren deckt der Projektmanager professionell ab.
Der Releaseplan und die Gesamtverantwortung für das Management der Stakeholder sollte beim Projektmanager liegen, wobei die Schnittstelle zu den Stakeholdern hinsichtlich Anforderungen inhaltlich mit oder komplett vom Kundenvertreter verantwortet wird.
In diesem Sinne empfehle ich in größeren Projekten eine Aufteilung der Rolle des Product Owners entsprechend der Spezialisierungen der handelnden Personen, eierlegende Wollmilchsäue sind eben nicht die Regel.

Verallgemeinert ist in agilen Projekten die Bedeutung des Kunden deutlich höher, mehr dazu im Rahmen der Rollendiskussion des Kundenvertreters im nächsten Posting.

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