Kompetenzbasiertes Projektmanagement PM3, das neue Standardwerk der GPM wird verschickt

Meinung (Icon)Nun ist endlich das neue GPM-Werk draussen. Heute morgen ist der schwere Karton eingetroffen, so dass ich in den nächsten Wochen sicher viel zu bloggen habe. Als Erstes hat mich natürlich das Zertifizierungskapitel interessiert. Und an der Stelle kam die erste große Enttäuschung:


Im Gegensatz zum Stand der Forschung aus IPMA-Sicht und der vorherrschenden Auffassung des PMI, wurde der PMP mit IPMA Level D gleichstellt. Gemäß Forschung wäre er zwischen den Leveln D und C und lt. PMI zwischen C und B einzuordnen. Richtig begründet die GPM einige Seiten später, dass Multiple-Choice-Tests häufig mit passivem Wissen erfolgreich absolviert werden können, das eigene Formulieren einer Antwort auf der Basis aber nicht unbedingt möglich ist. Damit sind die Tests des PMI weniger aussagekräftig, als die Tests der GPM/IPMA. Der abschließende Höhepunkt ist dann der Verweis auf ein Grundsazturteil des Oberverwaltungsgerichts Münster (2006), welches berufsspezifische Multiple-Choice-Tests in bestimmten Fällen für rechtswidrig erklärt.

Liebe GPM, das finde ich nicht angemessen! Aus meiner eigenen Erfahrung der Level D-Prüfung weiß ich, dass eine begrenzte Auswahl von Grundlagen des Projektmanagements abgeprüft werden, keinesfalls die umfassenden Themen der höheren IPMA-Level oder des PMP®. Damit begibt sich dieses „Standardwerk“ der GPM in eine Grenzposition, die für den Anspruch des Buches nur unzureichend begründet wird und aus meiner Sicht nicht haltbar ist.

In den nächsten Wochen werde ich die Bände durcharbeiten über meine Erfahrungen berichten. Dort wird meine Meinung sicher positiver ausfallen, da das Thema Zertifizierung bekanntermaßen Grundlage für einigen Zwist zwischen den zertifizierenden PM-Fachverbänden ist.

7 Antworten zu Kompetenzbasiertes Projektmanagement PM3, das neue Standardwerk der GPM wird verschickt

  1. […] kenne da ein Kapitel in einem knapp 2.600 Seiten umfassenden Standardwerk, welches Anpassungsbedarf aufweist, aber das behauptete ich schon oft […]

  2. […] Texts zu Stakeholdermanagement mit Google Wave komme ich jetzt endlich dazu mich näher mit dem vierbändigen Werk PM3 der GPM zu beschäftigen. Ziel dieses und der nächsten Postings ist die zusammengefasste […]

  3. Hallo Herr Heilwagen,

    ich biete die kürzest mögliche Antwort auf Ihren Blogbeitrag: Die Argumente, die Sie kritisieren, sind kostenfrei nachlesbar und überprüfbar unter http://www.gpm-ipma.de/download/Einleitung_PM3.pdf

    Für die Eiligen nochmals das Fazit des Textes: Für einen Vergleich sind Kriterien notwendig, sonst ist ein Vergleich pure Willkür. Vergleicht man nun die Instrumente, die die Zertifizierungssysteme einsetzen, um das Wissen bzw. Können eines Teilnehmers zu ermitteln, dann kann die Schlussfolgerung nur sein, dass die Systeme ab PMP Project Management Professional / PMI bzw. Zertifizierten Projektmanagement-Fachmann (GPM) / IPMA Level D wegen der unterschiedlichen Zertifizierungsinstrumente nicht vergleichbar sind (siehe Fazit auf Seite 22).

    In der PMP Zertifizierung wird geprüft, ob ein Kandidat das PMI-Wissen beherrscht. In der GPM/IPMA Zertifizierung wird geprüft, ob ein Kandidat sein Projektmanagement-Wissen praktisch anwenden kann. Beides macht Sinn. Die Zielsetzungen sind unterschiedlich und deshalb werden auch unterschiedliche Instrumente in der inhaltlichen Leistungsprüfung eingesetzt. Das sollte einfach einmal zur Kenntnis genommen werden, damit die Diskussion endet, welcher Apfel mit welcher Birne identisch ist. Alles weitere im Text.

    Viele Grüße nach Berlin

    Michael Gessler
    GPM Vorstand Q & Z

    P.S. Bitte meine Antwort nicht „entsprechend abändern“.

  4. Hallo Herr Heilwagen,

    gerne antworte ich auf Ihren Blogbeitrag, wenn meine Antwort ohne redaktionelle Bearbeitung veröffentlicht wird. Das ist kein Misstrauen, sondern nur Erfahrung. Meine letzte Antwort erschien zwar sinngemäß, aber nicht wortgetreu.

    Eine Ansicht teilen wir ja schon „sind die Tests des PMI weniger aussagekräftig“. Vielleicht können wir das Gespräch fortsetzen? Wäre doch spannend.

    Meine Mailadresse haben Sie.

    Viele Grüße

    Michael Gessler
    GPM Vorstand Q & Z

    • Hallo Herr Gessler,

      ich kann mich nicht entsinnen jemals einen Kommentar editiert zu haben. Insofern ist mir der Hinweis auf die Bearbeitung im Moment nicht ganz klar. Wenn Sie mir den gewünschten Kommentartext schicken, würde ich ihn entsprechend abändern (mit Ihrer Erlaubnis natürlich). Bisher habe ich lediglich beleidigende Kommentare zurückgehalten und mit dem Autor Kontakt zur Klärung aufgenommen. Gelöscht habe ich lediglich offensichtliche „Werbekommentare“, deren Zweck nur in der Positionierung eines Links in meinem Blog lag um Vorteile bei der Suchmaschine Google zu bekommen bzw. offensichtlichen Spam. Glücklicherweise waren neben der automatisierten Verwaltung von Spam bisher nur ca. 3 Eingriffe im Blog notwendig. Die manuelle Freigabe muss ich mir vorbehalten, da ich nach der aktuellen Rechtslage für die Inhalte zumindest eine Mitverantwortung trage. Kritische Kommentare sind mir besonders sympathisch, da sie dazu beitragen ein Thema weiter voranzutragen. Dies führte in der Vergangenheit auch bereits dazu, dass ich Postings aktualisiert habe, wenn sich herausstellte dass meine Informationen nicht vollständig korrekt waren.

      In diesem Sinne würde ich mich freuen, wenn wir parallel telefonisch Kontakt aufnehmen um Mißverständnisse auszuräumen.

      Grüße aus Berlin,

      Andreas Heilwagen

  5. […] Zum anderen werden die verschiedenen Statements zur Vergleichbarkeit der Zertifizierungen immer absurder. Wie versprochen, melde ich mich nun mit neuen Daten zurück, die mir dank PMI gerade in die Hände […]

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