Warum wird für Risikorisikoreduktion kein Aufwand investiert?

Praxis (Icon)Diese Frage stellte sich mir während der Lektüre eines Blog-Postings, welches mehr oder weniger für ein Risikomanagement-Buch wirbt. Da hat Steve McDonnell doch wirklich für Softwareprojekte festgestellt, dass typischerweise kein Budget für die Reduzierung von Risiken aufgewendet wird!


Meine erste Frage wäre, ob in den betrachteten Projekten Aufwände für interne Mitarbeiter kostenrelevant sind. Immerhin sind die meisten Softwareprojekte vor allem personalintensiv und interne Mitarbeiter werden gerne als gegeben hingenommen und nicht mit einem Kostensatz berücksichtigt. Gehen wir einfach davon aus, dass die Untersuchung Hand und Fuss hat.

Schauen Sie sich das Diagramm in genannten Blog-Posting an. Es zeigt den wichtigsten Inhalt, die Empfehlung von McDonnell ca. 5% des Projektbudgets für die Risikominimierung aufzuwenden um mit einer Wahrscheinlichkeit von 50-75% innerhalb des geplanten Budgets und der geplanten Zeit fertigzuwerden.

Bei der Betrachtung von Risiken wird häufig der monetäre Schaden bei Eintritt des Risikos sowie die Eintrittswahrscheinlichkeit zu Rate gezogen. Dies erlaubt bei guten Schätzungen einen vernünftigen Umgang mit Strategien für Risiken. Aufgrund der gewichteten Schadenshöhen und der Wichtigkeit des Projekts kann ein geeignetes Risikobudget definiert werden.

3 Antworten zu Warum wird für Risikorisikoreduktion kein Aufwand investiert?

  1. Tobias S. sagt:

    Vorgestern hat ein Vortragender auf meiner Uni sich über die naive Grundhaltung mancher Unternehmen beschwert: „Viele Manager glauben, dass sie potentielle Gefahren selber rechtzeitig erkennen können, aber das ist so wie wenn man einem Kind eine Tafel Schokolade in die Hand drückt und sagt: „Pass doch mal drauf auf Karli!“. Eine einzige Katastrophe!“.

    Jener Vortragende ist der prinzipiellen Meinung, dass vor allem in der jetzigen Zeit jedes Unternehmen, welches etwas aus sich hält, ein „gscheites“ Risikomanagement, also mit einer gesamtheitliche Analyse, nutzen sollte. Am besten auch noch von einer externen Beratungsstelle, weil „diese ganzen überheblichen Manager vor Ort sowieso keine Ahnung haben von Finanzen, es sei denn es geht um ihren eigenen Geldbeutel“.🙂
    Anschließend hat er dann noch heiß 3 Unternehmen (Proquest, Assudings? und noch eins) genannt, welche er uns, den Studenten, unbedingt für die Zukunft empfiehlt.

    So sieht die Lage bei mir in Österreich auf der Wirtschaftsuniversität aus!
    Grüße!

    • Hallo Tobias,

      im Grunde genommen hat er recht. Risikomanagement ist für Linienmanager immer auch ein potentieller Interessenskonflikt hinsichtlich der offiziellen und der hidden agenda. Auf der anderen Seite ist es ein Indikator für gutes Management, wenn politikunabhängig sinnvolle und nachhaltige Analysen/Entscheidungen im Risikomanagement getroffen werden.

  2. Ich erlebe gelegentlich sogar, dass aktives Risikomanagement schon im Keim erstickt wird. Warum? Bekannte Risiken könnnen Verantwortlichkeiten schaffen und wer will schon die Verantwortung haben wenn etwas passiert. Ich sehe und erlebe dies auch als Vogel-Strauß-Taktik. In dem Zusammenhang fällt mir ein Satz ein. Dieser Satz fiel in einer Diskussion als es um die Einführung eines Risiko-Analyse-Systems ging:

    Mit diesem System könnte man nachvollziehen, dass wir es hätten wissen müssen.

    Das war eines der Schlüsselargumente das System nicht einzuführen. Der Satz ist echt.:-/

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