Qualitätssicherung in Enterprise Wikis – Denkfehler?

Wiki (Icon)Danny Quick hat gerade in einem Posting die Qualitätssicherung in Wikis diskutiert. Er schlägt dazu drei Punkte vor:

  1. Strukturiertes Vorgehen,
  2. Einsatz von Hilfsmitteln/Werkzeugen und
  3. Ausbildung

Der vorgeschlagene „Wiki Gärtner“ wird meist als Champion bezeichnet. Er ist ein sehr erfahrener Wiki-Nutzer und quasi der gute Geist des Wikis. Allerdings ist er kein klassischer Qualitätssicherer. Da in einem funktionierenden Wiki jeder editieren darf, werden Qualitätsmängel typischerweise durch die ca. 10% schreibenden Nutzer beseitigt.


Der Einsatz von Werkzeugen zur Qualitätssicherung gehört aus meiner Sicht zu den Anti-Patterns für den Einsatz von Wikis. Ein Wiki funktioniert dann, wenn man den Mitarbeitern vertraut. Wenn man eine formelle Kontrollinstanz einrichten will, die jeden Artikel prüft, ist man besser mit einem Intranet bedient.

Für Enterprise Wikis empfiehlt sich langfristig die Etablierung eines Wiki Champions pro Team, um über ihn ein training-on-the-job von Kollegen durchzuführen. Formelle Trainings funktionieren in der Praxis nicht.

Aus meiner Sicht kämpft Danny Quick mit der Notwendigkeit eines starken Management-Sponsors. Das Management muss davon überzeugt werden, den Wiki-Prinzipien zu vertrauen. Dazu gehört die Abgabe von Kontrolle wie überall im Social Media-Bereich und damit moderne Führungsstile. Deshalb denke ich dass primär Ursachenanalyse angesagt ist und die Frage nach der Qualitätssicherung eher symptomatisch ist.

3 Responses to Qualitätssicherung in Enterprise Wikis – Denkfehler?

  1. Danny sagt:

    Ich sehe es tatsächlich auch so, dass ein Wiki-Projekt keine Technikhürde mehr darstellt. Allerdings glaube ich, dass ein Wiki-Projekt länger von Nutzen ist, wenn es korrekt aufgesetzt wurde. Damit meine ich, klare Planungsfehler, die im Nachhinein nur mit großer Mühe korrigiert werden können.

    Ich meine übrigens nicht den Champion, sondern den WikiGnome: http://www.wikipatterns.com/display/wikipatterns/WikiGnome

    Genau diese Aufgaben zähle ich zur Qualitätssicherung eines Wikis.

  2. Wiki als Symptom

    An Technik-Fragen scheitern inzwischen wenige Wiki-Projekte. Die grundsätzliche Funktionsweise ist auch einem immer größeren Anteil der Beschäftigten vertraut.

    Damit fallen einige (bequeme) Ursachen für das Scheitern aus und andere Überlegungen drängen sich auf.

    Funktionierende Wikis bringen Transparenz in Wissensbereiche. Das ist die gute Nachricht.

    Vorher bringen Wikis. auch die nicht funktionierenden, sehr schnell Transparenz zum Stand der Unternehmenskultur.
    Das ist manchmal eine schlechte Nachricht.

    Wenn die Unternehmenskultur einfach noch nicht so weit ist hat es auch der starke Management-Sponsor sehr, sehr schwer.

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