Bloggen & Recht: Do’s & Don’ts

Wissen (Icon)Mein Ausflug zur re:publica ’09 ist viel zu schnell zu Ende gegangen. Der Workshop von Thorsten Feldmann und Henning Krieg zum Thema Bloggen und Recht war sehr interessant, vor allem da auch Betroffene wie der Gründer der Hartplatzhelden anwesend waren. Letzerem sind derzeit erstmal zwei Gerichtsurteile zum Verhängnis geworden, die aus Sicht eines anwesenden Juristen absolute Fehlentscheidungen sind und Fragen hinsichtlich der Unabhängigkeit der Richter aufwerfen. Die für mich wichtigsten lessons learned fasse ich hier zusammen und hoffe, dass bald die Folien auf slideshare veröffentlicht werden:

  • Ein fehlendes Impressum stellt ein geringes Risiko für private Blogger dar, die maximal 50.000 Euro Bußgeld wurden noch niemandem auferlegt. Corporate Blogger sollten den Vorschriften folgen (vgl. anbieterkennung.de).
  • Datenschutzerklärungen in Blogs sind wertlos, da sie nicht zwingend gelesen und bestätigt werden müssen. Von Google Analytics und dem Logging von IP-Adressen sollte man absehen aufgrund der Verletzung der Datenschutzbestimmungen.
  • Die rechtlichen Regelungen bilden die Realität nicht ab, beides wird sich auch niemals ein Einklang bringen lassen. Strenggenommen dürfte kein deutscher Blogger einen Dienst wie wordpress.com nutzen aufgrund der Art der Datenverarbeitung.
  • Selbst mit Twitter können Urheberrechtsverletzungen begangen werden, da es keine Mindestlänge für persönliche, geistige Schöpfungen verbunden mit Kreativität und einer gewissen Schöpfungshöhe gibt. Man kann sich bei Zitaten nur dann sicher fühlen, wenn man ein eigenes Werk erstellt welches sich mit dem Zitat auseinandersetzt und das Zitat für diese Auseinandersetzung notwendig ist. Einfach einen Einleitungssatz, gefolgt von mehreren Absätzen eines zitierten Artikels, sind im Allgemeinen nicht in Ordnung.
  • Fotos und Diagramme sollte man nur übernehmen wenn man entweder im Einzelfall die Erlaubnis eingeholt hat oder beispielsweise über die Creative Commons-Lizenz eine Nutzung möglich ist. Bei Fotos sind übrigens sogar Schnappschüsse geschützt, das Design von Websites dagegen nicht (sic!).
  • Das Thema Links ist rechtlich immer noch nicht sinnvoll geklärt. Das BGH hat zumindest Deeplinks erlaubt, auch wenn das PMI® sie in seinem Linkvertrag zu verbieten versucht.

Insgesamt muss man beim Bloggen erheblich aufpassen und fährt gut, wenn man vor allem eigene Inhalte produziert. In diesem Sinne kann ich allen PM-Bloggern nur empfehlen, sich insbesondere für Diagramme immer die Erlaubnis für die Veröffentlichung einzuholen. Glücklicherweise hat dagegen YouTube eine Klausel in den Vertragsbestimmungen stehen, die eine Einbindung beliebiger Videos im eigenen Blog erlaubt.

Die Printmedien gehen in letzter Zeit dazu über nicht abzumahnen, sondern Lizenzvereinbarungen zu verschicken. Umgekehrt wurde ich heute netterweise von einer Zeitschrift gefragt, ob sie mein Blog zitieren dürfen.

P.S: Wenn Sie als echter Blogger durchgehen wollen, brauchen sie unbedingt ein iPhone, ggf. gekrönt von einem Mac. So zumindest die Ergebnisse meiner persönlichen Statistik auf der Konferenz.

2 Responses to Bloggen & Recht: Do’s & Don’ts

  1. […] Ende gegangen, die deutsche Bloggerkonferenz schlechthin. Für mich brachte Sie wieder ein Stück mehr Rechtssicherheit, Feedback von anderer Seite war, dass das Netzwerken wichtiger war als die Vorträge selbst. Stefan […]

  2. […] hinsichtlich Internet gefällt werden. Die besten Tipps werde ich gleich zu einem kurzen Beitrag verarbeiten. Ich hoffe, dass ich im nächsten Jahr komplett dabei sein kann und mein Netzwerk im […]

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