equilibrium: Es geht auch auf zwei Beinen

Trimaran (Icon, neu)Während ich fleissig meinen Renntrimaran umbaue, ist es wieder einmal Zeit über ein anderes spannendes Segelprojekt zu berichten. Hoch im Norden wird seit letztem Jahr an einem Extreme 40 Katamaran gebaut, d.h. mit zwei statt drei Rümpfen. In der Realität sieht das dann ungefähr so aus:

X40 von achtern

Wenn man es übertreibt, kommt es allerdings auch anders:

X40 - Kentern

Das ist ein Grund, warum Modellsegler Dreirumpfboote bevorzugen. Im den kleinen Maßstäben sind sie gutmütiger, allein aufgrund physikalischer Gesetzmäßigkeiten. Deshalb bin ich besonders gespannt auf den neuen Modell-Katamaran und die erste gemeinsame Regatta. Es fehlen eigentlich nur noch die Segel und Elektronik, dann kann es los gehen. Aber wie stellt man nun so ein Boot her?


X40: SpantenExtrem vereinfacht muss man sich zunächst über die Rumpfform klar werden und als ersten Bauschritt Spanten auf einer Helling aufbauen. Diese werden dann beplankt, gespachtelt, geschliffen, gespachtelt, geschliffen usw. bis die Oberfläche glatt ist.

X40: RohbauAnschließend wird aufgrund dieses Rohlings eine Form hergestellt, in der dann die eigentlichen Rümpfe aus Kohlefaser laminiert werden. Es ist nicht sinnvoll möglich alles in einem Schritt zu bauen, das Gewicht des Bootes wäre viel zu hoch.

X40: RumpfhälftenLetztlich stellt man bei Mehrrumpfbooten meist eine Form für die linke und eine Form für die rechte Seite her. Nachdem sie mit Trennmittel präpariert ist legt man sie mit Kohlefaser- oder Glasfasermatten aus und tränkt sie mit Harz. Wenn es ausgehärtet ist, kann man die Rumpfhälften (hoffentlich) entnehmen. An der Stelle zeigt sich dann, ob der Rohling sauber gearbeitet wurde, ansonsten ist die Oberfläche nicht hochwertig.

X40: RumpfinnernDie beiden Hälften werden dann zusammengefügt und an den Nähten sauber verbunden. Wenn ch die Fotos so betrachte, sind die Katamaranrümpfe jeweils aus zwei Seitenteilen und dem Deck gefertigt worden. Meine Trimaranrümpfe wurden nur in zwei Hälften gebaut mit dem bekannten unsauberen Ergebnis: die Verbindungsstellen reißen auf. Allerdings glaube ich jetzt vorerst alle Lecks geflickt zu haben.

Das Ergebnis des Rumpfbaus sieht dann in 2m Länge so aus:

X40: Rumpf

X40: MastfussDie Rümpfe werden durch zwei Traversen verbunden, die vordere trägt den Mast und ist entsprechend verstärkt. Und damit steht man vor der nächsten konzeptionellen Frage. Baut man in jeden Rumpf einen Empfänger ein der das jeweilige Ruder am Heck steuert, oder verbindet man beide Rümpfe elektrisch. Dieser Katamaran sieht aus, als hätte er eine serielle Schnittstelle:

X40: ElektrikSomit werden hier die Ruder über Servos an einem Empfänger angesteuert, ich hoffe dass das mit der Länge der Leitungen keinen Ärger gibt. Die Steckverbinder der handelsüblichen Komponenten sind schon katastrophal genug.
X40: RuderVon den Rudern habe ich gerade keine Fotos, allerdings von den Schwertern. Sie sorgen dafür, dass das Boot nicht einfach zur Seite treibt, sondern letztlich in Fahrt kommt. Der bisherige Stand des Boots sieht bereits sehr gut aus, ich bin gespannt wie es am Ende segelt:

X40: komplett

Über die beiden anderen 2m-Trimaranprojekte weiß ich im Moment leider wenig Neues zu berichten. Der Trimaran, der in Serie gehen soll, wird derzeit in Portugal weiterentwickelt. Der andere ist vorerst auf Eis gelegt.

Quellen: Derable und Mike on Maui

2 Antworten zu equilibrium: Es geht auch auf zwei Beinen

  1. Florian Meier sagt:

    hi,
    nicht schlecht euer Modell – bauen gerade an einem echten 20ft Katamaran – sehr interessant !
    lg

  2. […] Regatta am Hegbachsee getroffen haben, gibt es nun einen Film des dritten Bootes im Bunde (vgl. Baubericht). Der 2m-Katamaran gehört ebenfalls in die Klasse der 2m-Multihulls und segelt im Rahmen der […]

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