Kommunikationsmodelle – Die Aspekte einer Nachricht (Teil 1)

Soft Skills (Icon, Weiser)Kommunikation als Soft Skill lässt sich zu einem gewissen Maß trainieren. Ein fundiertes Know How über die wichtigsten Kommunikationsmodelle kann jedoch entscheidend zu einem verbesserten Bewusstsein über die verschiedenen Aspekte die es bei Kommunikation zu berücksichtigen gilt beitragen und damit die eigene Kommunikationsfähigkeit entscheidend verbessern.

Da ist ein Sender, der etwas mitteilen möchte. Er verschlüsselt sein Anliegen in erkennbare Zeichen – wir nennen das, was er von sich gibt, seine Nachricht. Dem Empfänger obliegt es, dieses wahrnehmbare Gebilde zu entschlüsseln. In der Regel stimmen gesendete und empfangene Nachricht leidlich überein, so dass eine Verständigung stattgefunden hat.

Als Kommunikationsmodell bzw. Kommunikationstheorie bezeichnet man wissenschaftliche Erklärungsversuche zur Beschreibung von Kommunikation Diese theoretischen Ansätze sollen erklären, was Kommunikation ist und wie sie funktioniert. Weder die Kommunikations- noch die Medienwissenschaft haben jedoch bisher eine einheitliche Theorie entwickelt.

Kommunikationsmodell von Shannon & Weaver

Das wohl bekannteste und auch im Bereich der Psychologie oft zitierte Modell der Kommunikation stammt von Shannon & Weaver. Das Prinzip des Modells ist, dass jede menschliche Kommunikation eine Quelle hat. Diese Quelle ist der Sender, der seine Nachricht in Form eines Kodes über einen Kanal weitergibt. Die Nachricht wird vom Sender verschlüsselt und muss vom Empfänger wieder entschlüsselt werden. Hierbei können Fehler (Missverständnisse) auftreten.

Das Vier-Seiten Modell

Das Vier-Seiten-Modell von Schulz von Thun gehört ebenfalls zu den bekannteren Modellen.

Es basiert darauf dass jede Aussage außer dem eigentlichen einen Inhaltsaspekt auch einen Beziehungsaspekt enthält, und kombiniert dies mit dem Organon-Modell von Karl Bühler:

  • Die Sach-Ebene beinhaltet die reinen Sachaussagen, Daten und Fakten, die in einer Nachricht enthalten sind.
  • In der Selbstoffenbarung vermittelt der Sprecher – bewusst oder unbewusst – etwas über sein Selbstverständnis, seine Motive, Werte, Emotionen etc.
  • Auf der Beziehungs-Ebene wird ausgedrückt bzw. aufgenommen, wie der Sender zum Empfänger steht und was er von ihm hält.
  • Der Appell beinhaltet einen Wunsch oder eine Handlungsaufforderung.

Sechsgliedriges Modell

Roman Ossipowitsch Jakobson erweitert das Vier-Seiten-Modell um die Aspekte

  • der Kontext, von Jakobson auch referent genannt, der Voraussetzung dafür ist, dass die Kommunikation eine referentielle Funktion entfalten, nämlich Inhalte vermitteln kann
  • die Botschaft, die in ihrer poetischen Funktion selbst zum Thema werden kann
  • der Sender, über dessen Haltung zum Gesagten die emotive Funktion Auskunft gibt
  • der Empfänger, an den die Botschaft über ihre konative Funktion eine Aufforderung senden kann
  • der Kontakt, in Anlehnung an die Nachrichtentechnik auch physikalischer Kanal genannt, der durch die phatische Funktion der Botschaft aufrechterhalten wird

wobei gerade die Aspekte Kontext und Kontakt im Projektzusammenhang eine wesentliche Rolle spielen.

Als Kontext ist z.B. die aktuelle Projektsituation entscheidend, ist das Projekt in der Anfangsphase, ist es in einer kritischen Situation, wie ist die politische Konstellation, welche Einstellung hat der Sender zum Projekt?

Hinter dem Punkt Kontakt verbirgt sich die Überlegung, wie eine Nachricht je nach gewähltem Kommunikationskanal ankommt? Welche Unterschiede gibt es in der Wirkung ob man ein persönliches Gespräch sucht, Informationen am Telefon oder per Email weitergibt. Das persönliche Gespräch ist häufig am wirkungsvollsten, es schafft ein vertrauensvolles, offenes Klima, die Vorteile einer EMail sind ganz klar die Kürze der Zeit, die dafür benötigt wird und die Archivierbarkeit der ausgetauschten Information.

Weiterführende Links

Wer tiefer in diese Kommunikationsmodelle einsteigen will, findet mehr unter folgenden Links:

Da das Thema sehr umfangreich ist, wird es auch hier eine Fortsetzung geben.

2 Antworten zu Kommunikationsmodelle – Die Aspekte einer Nachricht (Teil 1)

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  2. […] – Die Aspekte einer Nachricht (Teil 2) Im Teil 1 der Kommunikationsmodelle schrieb ich: Da ist ein Sender, der etwas mitteilen möchte. Er verschlüsselt sein Anliegen in […]

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