Extrapolation vs. Cause & Effect: Warum die Krise in Kürze überwunden sein wird 2/3

News (Icon)Nach dem gestrigen Artikel geht es nun weiter mit der Antwort von Eli Goldratt auf die Frage, wie lange der Weg aus der Weltwirtschaftskrise dauert.

Was kann jetzt erreicht werden?
Auf der einen Seite hat das bereits genannte Konkurrenzunternehmen sich ein großes Problem mit der Entlassung von 25.000 Mitarbeitern auf die Schultern geladen. In 3-4 Monaten können sie weder die erfahrenen Mitarbeiter wieder einstellen, noch können sie kurzfristig Ersatz schaffen, da neue Mitarbeiter erst wieder trainiert werden müssen. Letztlich werden die Auswirkungen die Kunden treffen und dementsprechende Probleme auslösen.
Umgekehrt ist aus Eli Goldratts Sicht 2009 das beste Jahr, um das eigene Unternehmen voranzubringen…einfach weil man gegen „blinde Kätzchen“ konkurriert. Statistisch befindet sich die Weltwirtschaft im größten Boom, den es jemals gegeben hat, nur redet niemand darüber.


Aus meiner Sicht kann ich seine Darstellung nur bestätigen, Kernprobleme sind u.a. das wehleidige Heulen der Unternehmenslenker, wenn es ihnen kurzfristig ein bisschen schlechter geht oder sie, wie die Banken, ihr Geld temporär verzockt haben sowie der Versuch die Kosten zu sozialisieren. Auf der anderen Seite gießt die Presse fleißig Öl ins Feuer, ohne wirkliche Relevanz zu zeigen.

Der größte ökonomische Boom aller Zeiten?
Im Allgemeinen verläuft das Bruttoinlandsprodukt (BIP) proportional zu den Gehältern eines nicht-korrupten Staates. In China steigen seit 1990 die Gehälter allerdings gegen diese Regel stärker als das BIP. 1995 waren die Chinesen auf dem Gehaltsniveau von Ägypten, heute liegen sie fünffach höher und in zehn Jahren würden sie bei anhaltender Entwicklung die US-Gehälter überholen (Achtung: Extrapolation *g*).
Dies bedeutet die Wende von China als Produzent der Welt zum Konsumgiganten. Die chinesische Führung hat dementsprechend von einem Tag auf den anderen die Export-Incentives zu Export-Penalties gedreht, um den landeseigenen Bedarf decken zu können. Es gab keine Inflationsprobleme, da die Chinesen im Gegensatz zu den US-Bürgen ihr Geld sparen.
In Indien beobachtet man den gleichen Trend, nur noch viel schneller. In den letzten drei Jahren sind die Gehälter dort jährlich um 25% gestiegen bei 0% Inflation.
An der Stelle beschwerte er sich über die USA, an deren Grenzen man 3 Minuten von Grenzbeamten mit Fragen genervt wird gegenüber China, wo man trotz des aus seiner Sicht totalitären Staats in 30 Sekunden im Land ist.

Die Gefahren für die USA
Problem #1 aus seiner Sicht ist für die USA der gigantische Nachfrageanstieg. Er wird zu Flaschenhälsen führen und aufgrund der Art, wie US-Unternehmen geführt werden, zu einigen Totalausfällen.
Das zweite Problem ist, dass die USA eine Insel sind und hinsichtlich Lieferungen sechs Wochen entfernt sind von den zukünftigen Hauptkunden in Asien. Dies führt zu einem so hohen Bedarf an Lagerbeständen, dass die USA aus dem Spiel sind. Bei extrapolierender Denkweise würden die USA so verlieren, bei Anwendung von Cause & Effect würden Sie anfangen große Transportflugzeuge zu entwickeln.

Wann sind die Märkte geheilt?
Eli Goldratt rechnet mit 3 Monaten, bis die Retailunternehmen wieder aufgeholt haben und dem kontinuierlichen Umsatz der Märkte wieder folgen, möglicherweise mit ein paar Prozent mehr oder weniger Umsatz. Den Herstellern von Maschinen gibt er 9 Monate und den Banken noch weniger.
Aus seiner Sicht sollte man jetzt sogar in Subprimes investieren, da diese unterbewertet sind. Letztlich werden die Banken ihr verzocktes Geld schnell zurückbekommen, da sich die Unterbewertungen korrigieren werden. Immerhin gibt es ja auch keine Probleme mehr mit Krediten für Häuser und Autos aus seiner Sicht.

Im dritten Teil werde ich die konkreten Empfehlungen für Unternehmensführungen von Eli Goldratt zusammenfassen.

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