Erstmalig ein Reifegradmodell der GPM, was bringt der Herbst?

Standardisierung (Icon)Und hier die dritte Steilvorlage aus dem heute im Projekt Magazin erschienenen Artikel zu DIN 69901:2009 vom GPM-Forschungsvorstand Reinhard Wagner. Sie lautet:

Die GPM wird im Herbst 2009 ein eigenes Reifegradmodell für Projektmanagementsysteme in Organisationen herausbringen, das auf Basis der DIN-Prozesse erstellt wurde.


Die Suche im Netz hat leider keine Details zutage gefördert. Aus den Ausführungen zur 1. Steilvorlage des Tages waren folgende Varianten für die Integration des Prozessmodells der DIN 69901-2:2009-01 von mir angedacht:

  1. Integration in die NCB 4.0
  2. Schaffung eines Zusatzstandards
  3. Integration der Prozesse als Kompetenzen

Das Zitat lässt nun eher vermuten, dass Variante 3 gewählt wird. Meine persönliche Hoffnung ist ja, dass sie von Variante 1 gefolgt wird. Auch hier gilt: abwarten und Tee trinken. Schön wenn man weiß, wer’s weiß, aber lassen wir die GPM in Ruhe ihr Werk vollenden. Einen Vorläufer mag vielleicht PM Delta der GPM darstellen, ein Werkzeug zur Selbstdiagnose eines PM-Systems.

Jetzt habe ich mich genug über den Artikel ausgelassen und werde mich morgen endlich der Auswertung meiner neuen PRINCE2-Erkenntnisse widmen.

3 Responses to Erstmalig ein Reifegradmodell der GPM, was bringt der Herbst?

  1. […] Im Herbst soll ein neues DIN 69901-basiertes Reifegradmodell erscheinen […]

  2. Thomas sagt:

    Ich fände es sehr hilfreich, wenn sich das Thema „Reifegradmodell für Projektmanagementprozesse“ an die ISO/IEC 15504-2 (SPICE) – dem Standard für Reifegradmodelle dem siebten Subcommitee des ersten Joint Technical Comitee (JTC1/SC7) der ISO und des IEC – anschließen würden. Somit favorisiere ich Variante 2 von Andreas Heilwagen zu diesem Thema.

    Anbei ein paar Begründungen für dieses Aussage:

    1. ISO 15504-2 definiert eine erprobte Struktur für Reifegradmodelle, die auf unterschiedliche Prozessmodelle angewendet werden kann. Das Rad müsste also nicht neu erfunden werden. Der Reifegrad eines Reifegradmodells für PM wäre vom Start weg hoch.

    2. Der strukturgebende Standard ISO/IEC 15504-2 verzichtet bewusst auf die zeitliche Ordnung von Prozessen und setzt statt dessen auf Beschreibungen von Zweck, Ergebnissen („Outcomes“ in der ISO/IEC 15504-2) sowie Indikatoren (u.a. Arbeitsprodukte und Basistätigkeiten) als objektiver Nachweis der Ergebniserreichung. Diese Abstraktion erleichtert den Einsatz eines darauf basierenden Reifegradmodells in unterschiedlichen Kontexten also auch im Kontext PM.

    3. Die Reifegraddimension des Standards mit ihren Ausführungen („Achievements“) sowie den zugehörigen Indikatoren („generic resources“ und „generic practices“) beschreibt bereits heute ein wirksames Modell der organisatorischen Verankerung von Prozessen. Auch hier gilt: Das Rad muss nicht neu erfunden werden. ISO/IEC 15504-2 ist ein weithin erprobter Standard von dessen Wirksamkeit ausgegangen wird (vergleiche auch: Automotive SPICE, der gesetzte Standard für die Zulieferindustrie elektronsicher Komponenten der deutschen Automobilindustrie).

    4. Die weite Verbreitung der ISO/IEC 15504-2 in der Automobilindustrie würde zumindest dort das notwendige Zusammenspiel verschiedener Reifegradmodelle deutlich vereinfachen.

    • Fachlich stimme ich Ihnen zu, es gibt bereits einige brauchbare bis gute Reifegradmodelle. Allerdings ist die Welt der PM-Berufsverbände stark politisch und von wirtschaftlichen Interessen, insbesondere hinsichtlich Zertifizierung geprägt. Ich bin gespannt, für welche Strategie sich die GPM entschieden hat.

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