Das nächste große „Ding“ der IPMA – ein eigenes Prozessmodell?

Standardisierung (Icon)Ein eigenes Prozessmodell würde endlich das große schwarze Loch in der Welt der GPM/IPMA schließen. Derzeit ist die IPMA-Welt ganz auf Projektmanagement-Kompetenzen ausgerichtet und bietet hier das Kompetenzmodell mit Soft Skills schlechthin. Standards und Normen wie PRINCE2® und DIN 69901:2009 berücksichtigen Soft Skills überhaupt nicht, der PMBOK® Guide reißt das Thema nur minimal an. Die Ergänzung um ein Prozessmodell würde in der IPMA-Welt zum ersten Mal die Möglichkeit schaffen, auf Basis eines System-Standards ein PM-System in einer Organisation einzuführen.

Aber wie komme ich nun darauf?


Heute ist der Artikel DIN 69900 und DIN 69901 – Das ist neu in den deutschen PM-Normen meines geschätzten Kollegen Herrn Reinhard Wagner aus dem DIN-Ausschuss zum Projektmanagement im Projekt Magazin erschienen. Herr Wagner ist Forschungsvorstand der GPM und seit Anfang an bei dieser Norm dabei gewesen. Er berichtet daher aus einem etwas anderen Blickwinkel als ich und Frau Triest im vorhergehenden Projekt Magazin-Artikel zur Norm. Falls Sie auch kritische Töne zur DIN 69901 lesen möchten, schauen Sie einfach in meine Inside out-Serie zu DIN 69901 hinein.

Nun zurück zum Prozessmodell. Im Artikel findet sich eine meiner heiß und innig geliebten Steilvorlagen:

Die GPM beispielsweise plant, das Prozessmodell der DIN 69901-2 in das IPMA-4-Level-System zu integrieren.

Dazu einige Vermutungen:

  1. Zunächst mag man vermuten, dass nur die GPM das Prozessmodell aufnimmt. Allerdings gehe ich aufgrund der Größe der GPM davon aus, dass das Prozessmodell in die ICB 4.0 aufgenommen wird. Zumindest wäre das aus meiner Sicht der konsequente Schritt um die Norm auf dem Markt der Zertifizierungsorganisationen so schlagkräftig wie möglich zu gestalten.
  2. Auf der anderen Seite könnte die ICB auch ein Kompetenzmodell bleiben und analog den vielen ergänzenden Standards des PMI® ein „Zusatzstandard“ definiert werden.
  3. Natürlich gibt es auch eine dritte Variante: Anstatt des Prozessmodell direkt einzuarbeiten, könnten auch Prozesskompetenzen definiert werden, auf deren Basis sich Personen und Organisationen zertifizieren lassen könnten.

Auf jeden Fall bin ich schon sehr gespannt, wie die GPM hier weiter vorgehen wird. In den Fachgruppen-Kurzbeschreibungen habe ich bis jetzt noch keine Hinweise gefunden.

2 Antworten zu Das nächste große „Ding“ der IPMA – ein eigenes Prozessmodell?

  1. […] Suche im Netz hat leider keine Details zutage gefördert. Aus den Ausführungen zur 1. Steilvorlage des Tages waren folgende Varianten für die Integration des Prozessmodells der DIN 69901-2:2009-01 von mir […]

  2. […] macht das DIN nach der Norm 69901? Multiprojektmanagement! Heute ist der Tag der Steilvorlagen. Wie im vorigen Posting erwähnt, ist heute ein Artikel zur DIN 69901 im Projekt Magazin […]

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