Inside out: Was bringt DIN 69901-3:2009-01 Projektmanagement – Projektmanagementsysteme – Teil 3: Methoden

Standardisierung (Icon)Nach der Diskussion der Grundlagen und des Prozessmodells der DIN 69901 in der Inside out-Serie, schreibe ich nun über den Methodenteil.

An sich recht unspektakulär, beschreibt er auf hoher Ebene einige gängige Methoden, die in den Prozessen der DIN 69901-2 in den Prozessdefinitionen genannt sind:

  1. Netzplantechnik (Verweis auf DIN 69900, Version aus 2009)
  2. Aufwandsschätzung mit den 5 typischen Vorgehensweisen
  3. Projektcontrolling, u.a. die Earned Value Analyse mit Formeln (allerdings ohne TCPI wie im PMBOK® Guide 4th edition)
  4. Projektvergleich
  5. Projektstrukturierung

Eigentlich eine sinnvolle Ergänzung zu DIN 69901-2, allerdings muss für die Erstellung einer PM-Methodik Sekundärliteratur herangezogen werden. Insofern lohnt der Kauf dieses Normblattes nicht, es sei denn der Vollständigkeit halber.

Wer hat die DIN 69901 geschrieben?
Aus internen Quellen kenne ich einen großen Teil der Geschichte der neuen DIN 69901, allerdings ist man als Mitarbeiter des NQSZ-4 natürlich zum Schweigen verpflichtet. Insofern habe ich im Internet gesucht und ein Dokument der Fachgruppe Normung der GPM gefunden. Gegen Ende stößt man auf den Hinweis, dass im Wesentlichen die GPM-Regionalgruppe Frankfurt die neue Norm ausgearbeitet hat. Auf der einen Seite hat die GPM einen großen Teil der Normungsarbeit im Projektmanagement in Deutschland durchgeführt und teils erhebliche finanzielle Mittel eingesetzt. Auf der anderen Seite fehlt es der neuen Norm an einer gleichmäßigen Beteiligung von Stakeholdern hinsichtlich der verschiedenen in Deutschland gängigen Normen und Standards.

Grundsätzlich steht die Mitarbeit im DIN all diesen Stakeholdern offen. Interessanterweise gab es im PMI an keiner Stelle eine offizielle Aussage zur neuen DIN, vielleicht will man sich keine „Konkurrenz“ schaffen. Aus der PRINCE2-Ecke habe ich ebenfalls nichts gehört, allerdings ist dies auch ein Standard, der an anderer Stelle (Office of Government Commerce – OGC) aufgehängt ist.

Es gibt noch viele weitere Stakeholder in Deutschland, die sich aus meiner Sicht eigentlich einbringen sollten. Allerdings kostet die Arbeit vor allem Zeit und Geld, im Gegenzug gibt es zwar das befriedigende Gefühl, etwas geleistet zu haben, aber noch nicht einmal Ruhm und Ehre. Trotzdem hoffe ich, dass in Zukunft mehr Stakeholder an neuen Normen und der Pflege der bestehenden Normen mitwirken, als bisher.

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