Spieletheorie im Projektmanagement: weitere Spiele, Nash-Gleichgewichte und mehr

Wissen (Icon)Um die von Herrn Addor erhoffte Diskussion zur Spieletheorie im Projektmanagement zu starten, gieße ich mit einem unterhaltsamen Vortrag von Oliver Lehmann beim PMI Berlin/Brandenburg Chapter noch einmal kräftig Öl aufs Feuer. Herr Lehmann hat die folgenden Themen aufgegriffen:

  1. Das Führungsproblem der sozialen Spinnen
  2. Spieltheorie für zwei Spieler an den Beispielen
    1. Gameboy-Verkauf
    2. Anwendung von McGregor’s X- und Y-Führungstheorien
  3. Spieltheorie für n Spieler an den Beispielen
    1. Fahrzeiten und -wege zur Arbeit (Wardrop’s Prinzipien und Nash-Gleichgewicht)
    2. Ressourcen-Pooling
  4. Spieltheorie für 1 Spieler mit einem Sunk Cost-Dilemma

Was sollte man aus diesem Vortrag unbedingt mitnehmen:

  1. Sunk Cost-Dilemma
    Das Sunk Cost-Dilemma beschreibt sehr anschaulich, wie man aufgrund vieler einzelner richtiger Entscheidungen trotzdem in der Summe falsch entscheidet. Wieder einmal ein wunderbares Beispiel dafür, dass man mit lokalen Optimierungen und kurzfristigen Entscheidungen nur selten das letztliche Optimum erreicht. Es sind fast immer langfristige Betrachtungen unter Einbeziehung aller relevanten Risiken notwendig, um in einem Projekt das „Optimum“ zu erreichen. Abhängig von der Risikotoleranz der Beteiligten kann dies auch bedeuten, nicht den höchsten wirtschaftlichen Gewinn anzustreben.
    Zu Beginn eines Projektes entscheidet man sich für Ziele. Darunter kann auch das Anstreben eines bestimmten „Optimums“ fallen. Wichtig ist, dass das Verständnis für dieses Optimum bei allen Beteiligten gleich ist und der Weg dorthin in Managementplänen festgehalten wird.

  2. Nash-Gleichgewichte
    Ein Nash-Gleichgewicht entsteht, wenn keiner der Beteiligten durch eine Strategieänderung etwas gewinnt wenn alle anderen ihre Strategien beibehalten. Diese Gleichgewichte liegen meist nicht beim klassischen Optimum, sind aber sehr stabil.
    Was lernt man nun als Projektmanager von Nash? Wenn Sie eine Situation als Nash-Gleichgewicht identifizieren und Sie diese ändern wollen, sollten Sie die Spielregeln ändern. D.h. die Beteiligten müssen in eine Situation kommen, in der sie ihre Strategien ändern wollen. Appellieren hilft hier nicht. Umgekehrt können Sie die Spielregeln von vornherein so anlegen, dass sich ein dem Optimum ausreichend naheliegendes Nash-Gleichgewicht ergibt. Diese Strategie sollten Sie gegeüber den Beteiligten nicht offenlegen.

Und nun viel Spaß mit dem Vortrag von Oliver Lehmann.

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