Was taugt der Zertifizierte PM-Berater der GPM?

Zertifikat (Icon)Ehrlich? Ich weiss es nicht. Als ich im Sonder-Newsletter der GPM diese Woche die Kursbeschreibung bekam, war ich erst begeistert. Innerhalb von fünf dreitätigen Modulen fährt die GPM lauter GPM-Vorstandsmitglieder und Experten auf, allerdings kostet das Vergnügen incl. Zertifizierung rund 9.000 Euro. Wenn ich eine eigene Consulting-Truppe zertifizieren würde, könnte ich sicher mit der Zertifizierung werben. Allerdings wären mir die eigene Methodik des Unternehmens, Referenzkunden und berufserfahrene Berater wichtiger. Als selbständiger Berater etabliere ich mich entweder gerade und habe das Geld nicht so locker sitzen, oder ich brauche aufgrund erwiesener Berufserfahrung die Zertifizierung nicht mehr. Insofern werde ich mit Interesse die Zertifizierungs-Statistiken der GPM verfolgen.

Hier eine Liste der aus meiner Sicht gegenüber den anderen GPM-Zertifizierungen interessantesten Ausbildungsinhalte:

  1. Mikropolitik und Macht in Organisationen
  2. Lernende Organisationen
  3. Grossgruppen-Methoden
  4. Strategische Unternehmensführung
  5. Strategisches und operatives Projektmanagement einführen
  6. Reifegrad- und Assessment-Modelle

Ich persönlich werde mich auf alternativen Wegen weiterbilden. Einer der Wege ist dieses Blog. Am Anfang hatte ich wirklich nicht gedacht, dass ich soviel dazulernen würde. Aber allein die Lektüre der eingehenden Informationsquellen bringt sehr viel.

4 Responses to Was taugt der Zertifizierte PM-Berater der GPM?

  1. MMM sagt:

    Sicherlich bewirkt eine Zertifizierung nicht automatisch eine gute Beratung. Das ist für mich aber als Allgemeinsatz selbstverständlich. Umgekehrt kann man argumentieren, dass eine lange Berufserfahrung nicht automatisch eine gute Beratung garantiert und man Berufserfahrung daher kritisch sehen müsste. Die erfolgsversprechende Kombination liegt nach meiner Ansicht in Erfahrung gepaart mit solidem theoretischen Wissen.

    Gerade die in auch den Kommentaren agesprochene Methodenkompetenz ist es, die dieser Lehrgang anzusprechen scheint. PM-Methoden und die einschlägigen Rahmenwerke von IPMA, PMI oder PRINCE2 dürften jedem, der sich in diesem Metier tummelt solide bekannt sein. Die Inhalte der die Zertifizierung vorbereitenden Lehrgänge stellen tendenziell stärker auf Prozessberatung als auf PM-Fachberatung ab. Eine aus meiner Sicht sinnvolle Ergänzung. Gerade dies stellt ja sicher, dass sich die eingesetzten PM-Methoden dem Projekt anpassen.

    Mir erscheint es auch gerade vor dem Hintergrund eigener Berufserfahrung interessant, sich immer wieder mit theoretischen Blicken auf den eigenen Beratungsalltag zu befassen und neue Aspekte in die Arbeit zu integrieren. Insofern finde ich das Themenspektrum der Seminare sehr interessant. Wer als Berater tätig ist, investiert in der Regel ohnehin einige Wochen im Jahr in die eigene Weiterbildung – warum nicht auch hier.

    Ob nun Zertifikat oder nicht – die Inhalte sind zumindest interessant. Spannend für den Erfolg des Programms wird die Frage, ob die Umsetzung gut gemacht wird.

  2. SH sagt:

    Ich glaube nicht, dass man PM Consulting Fähigkeiten wirklich in einem solchen Lehrgang lernen kann. Fachwissen vielleicht zum Teil, aber nicht die persönlichen und sozialen Fähigkeiten. Die lernt man nur und ausschließlich in der Praxis.

    Zum Preis-Leistungs-Verhältnis muss man allerdings sagen: Es sind nicht wie im Beitrag geschrieben 3 Tage, sondern 5 Module à 3 Tage. Trotzdem halte ich den Preis für ziemlich hoch. Für diesen Preis bekommt man anderswo ja schon fast ein komplettes berufsbegleitendes Master-Studium.

    Mein persönliches Fazit: Consulting kann man nur zum Teil in einem Lehrgang lernen. Das, worauf’s in der Praxis WIRKLICH ankommt, lernt man nur in der Praxis. (nämlich durch „Fehler-machen-und-daraus-lernen“)

  3. Ich sehe die Zertifizierungen ebenfalls eher kritisch. Wichtiger als eine konkrete Zertifizierung ist eine breite Methodenkompetenz. Eine wichtige Erfahrung bzw. ein Fazit aus meiner Tätigkeit ist, dass sich die Methode dem Projekt anpassen muss und nicht umgekehrt. Zu großes Vertrauen in die die jeweilige Zertifizierung kann zu einem unangemessenen Einsatz von Methoden führen.

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