Was ist Earned Value Management (EVM) und was nicht…das Missverständnis mit dem Geschäftswert (business value)

Wissen (Icon)Bisher traue ich mich kaum, Postings aus dem hervorragenden Blog von Glen Alleman hier zu verwenden, der Mann schreibt einfach auf einem sehr hohen Niveau, insbesondere was Earned Value Management (EVM) betrifft. Aber heute hat er eine sehr gute Zusammenfassung über das Thema EVM gebracht.

Der Department of Defense Earned Value Management Implementation Guide (vom Oktober 2006) besagt:

  1. Konzepte des Earned Value Management
    EVM ist ein Programm-Management-Werkzeug, dass die technischen, Kosten- und Zeitparameter eines Vertrages integriert. Während der Planungsphase wird eine integrierte Baseline durch ein phasenbasiertes Budget der Arbeit definiert. Wenn die Arbeit durchgeführt, und mit der Baseline verglichen wird, wird der Planwert verdient. Aufgrund dieser Metrik können Kosten- und Zeitabweichungen identifiziert und analysiert werden. Mit diesen Werten kann der Programm-Manager signifikante Treiber identifizieren, und zukünftige Kosten sowie die (Nicht-)Einhaltung der Zeitpläne prognostizieren. Weiterhin kann er Korrekturmaßnahmen definieren, um das Programm wieder gemäß der Planung ablaufen zu lassen. Damit umfasst EVM sowie die Leistungsbeurteilung als auch die Leistungssteuerung. EVM ist Teil des Programm-Managements und bringt signifikante Vorteile für die Regierung und den Auftragnehmer.

  2. EVM und Managementanforderungen
    Eine grundlegende Anforderung für das Management jedes Beschaffungssystems ist der Einblick in die Leistung der Verträge, insbesondere hinsichtlich Programm-Management und Steuerung. Eine geeignete EVM-Implementierung stellt sicher, dass das Programm-Management mit Leistungsdaten versorgt wird, die

    1. phasenbasierte Budgets auf bestimmte Aufgaben oder Klauseln des Vertrags beziehen (SOW),
    2. den Fortschritt der Arbeit objektiv messen,
    3. Kosten, Zeitpläne und technische Ergebnisse aufeinander beziehen,
    4. gültig, zeitnah und auditierbar sind,
    5. eine statistische Schätzung der zukünftigen Kosten erlauben,
    6. Manager auf allen Ebenen mit Statusinformationen in geeigneter Form versorgen und
    7. vom gleichen EVM-System abgeleitet sind, dass der Auftragnehmer für das Vertragsmanagement verwendet.

Der entscheidende Punkt ist, dass in der ganzen Definition nicht vom Geschäftswert (business value) gesprochen wird, denn dies ist ein getrenntes Thema. EVM betrifft lediglich die Zeiteffizienz des BCWS (Budgeted Cost of Work Scheduled), oder auf Deutsch SKBA (Soll-Kosten der berechneten Arbeit), auf Basis des prozentualen Fortschritts innerhalb des Planungszeitraums zur Lieferung des Leistungswerts (Earned Value). Ok, und nun nochmal lesen und verstehen ,) Dazu hilft ungemein die Lektüre des Wikipedia-Artikels zu Earned Value Analysis.

Es geht aber auch einfacher: Der Wert des Leistungswerts ist nicht der Geschäftswert, sondern die verdienten Euro (BCWP)(EV) der geplanten Euro (PCWS)(PV).

Wer des Englischen mächtig ist und eine gute Powerpoint-Einführung lesen will, sei an die Gentle Introduction to Earned Value Management verwiesen.

Etwaige Übersetzungsschwächen bitte ich zu entschuldigen und mir möglichst Verbesserungsvorschläge zukommen zu lassen.

In der Praxis liefert EVA eine Aggregation der Projekt-Messwerte mit klaren Aussagen zum Fortschritt des Projekts hinsichtlich Zeit und Kosten gegenüber einem Basisplan. Im Rahmen der Aggregation gehen Informationen verloren, die jedem Projektmanager äußerst wichtig sind, allerdings ist der Informationsgewinn höher als der Informationsverlust zu bewerten.

Meine Empfehlung an Sie: wenn Sie EVA noch nicht kennen, lernen Sie sie kennen und nutzen Sie sie unabhängig von der Frage nach dem Geschäftswert.

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