Fehleinschätzung von Risiken: 10 vermeidbare Fallstricke

Praxis (Icon)Dr. David Hillson (alias Risk Doctor) berichtet in seinem neuesten Newsletter über 10 nicht-rationale Faktoren, die die Einschätzung von Risiken beeinträchtigen können. Die Grundlage ist eine Liste von Dr. Paul Slovic von Decision Research Inc. aus den USA. Die Liste ist so banal wie einfach, aber warum haben wir es dann immer noch so schwer mit der Objektivität?

  1. Furcht lässt die Auswirkungen eines Risikos gefährlicher erscheinen, beispielsweise die Folgen von Krebs.
  2. Der Eindruck von eigener Kontrolle reduziert die gefühlte Auswirkung eines Risikos, beispielsweise fühlt man sich als Fahrer eines Autos sicherer.
  3. Natürliche Risiken werden im Allgemeinen als weniger gefährlich angesehen als von Menschen verursachte, beispielsweise Kernkraftwerke.
  4. Die Möglichkeit einer Wahl verringert die scheinbare Gefahr eines Risikos.
  5. Die Risiken, welchen Kinder ausgesetzt sind, werden als schwerer erachtet als Risiken, denen Erwachsene ausgesetzt sind.
  6. Neue Risike werden ebenfalls höher gewichtet, als bereits länger bestehende Risiken.
  7. In der Öffentlichkeit breit diskutierte Risiken führen zu erhöhter Risikoeinschätzung.
  8. Je größer die Nähe eines Risiko ist, desto gefährlicher wird es gesehen, beispielsweise wenn man selbst operiert wird.
  9. Wenn eine Risiko-Nutzenanalyse einen Vorteil bei Inkaufnahme eines Risikos erkennen lässt, wird das Risiko meist geringer eingeschätzt.
  10. Wenn der Schutz vor einem Risiko von einer Partei gewährleistet wird, in die viel Vertrauen gesetzt wird, neigt man zu einer geringeren Risikoeinschätzung

Diese zehn Punkte beziehen sich vor allem auf die Risikoeinschätzung im privaten Leben. Trotzdem sollte man sie als Projektmanager ständig im Kopf haben, um korrigierend in Risikoeinschätzungen einzugreifen wenn es nötig ist.

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