Nur drei Faktoren für erfolgreiches Projektmanagement

Wissen (Icon)Die Studien der vergangenen Monate haben sich vorwiegend der Frage nach den Erfolgskriterien und den Gründen für das Scheitern von Projekten gewidmet. Einen Schritt davor muss man die Frage nach dem geeigneten Handwerkszeug stellen. Was sind die Faktoren für erfolgreiches Projektmanagement?

1. Methodik

Ohne eine geeignete Projektmanagement-Methodik arbeiten alle Projektmanager einer Organisation nach eigenen Richtlinien, wie anschaulich im Posting Praktischer Nutzen von Standards von meinem Illustrator gezeigt. Das Ergebnis sind Verluste hinsichtlich Effizienz und Effektivität.

Mit dem Einsatz einer Methodik ist häufig auch der Einsatz eines Projektmanagement-Standards verbunden. Somit arbeiten alle Projektmanager einer Organisation mit

  1. gemeinsamer Terminologie,
  2. gemeinsamen Prozessen und Methoden,
  3. klaren Rollen, Verantwortlichkeiten und Schnittstellen,
  4. gleichen Templates und Tools.

Idealerweise sind die Projektmanager auf Basis des zugrundeliegenden Standards zertifiziert, alternativ auch inhouse trainiert auf Basis der Methodik.

Erfolgreiches Projektmanagement basiert für mich immer auf einer Methodik, da sonst nicht die optimale Effizienz und Effektivität erreicht werden kann.

2. Berufserfahrung

Als guter Projektmanager wird man nicht geboren. Projektmanagement vereint Kompetenzen aus den verschiedensten Gebieten unter einem Dach. Das PMBOK gliedert diese beispielsweise in die Wissensgebiete

  1. Integrationsmanagement,
  2. Scopemanagement,
  3. Terminmanagement,
  4. Kostenmanagement,
  5. Qualitätsmanagement,
  6. Personalmanagement,
  7. Kommunikationsmanagement,
  8. Risikomanagement und
  9. Beschaffungsmanagement.

Da Projektmanager ca. 90% ihrer Zeit kommunizieren, sind hervorragende Soft Skills unumgänglich. Die National Competency Baseline der GPM widmet sich hauptsächlich der Frage der Kompetenzen, d.h. der Antwort auf die Frage, wann man einem Projektmanager eine bestimmte Verantwortung übertragen kann.

Ohne Berufserfahrung ist erfolgreiches Projektmanagement aus meiner Sicht nicht zu erreichen. Angehende Projektmanager müssen sich schrittweise über Assistenzrollen in die Themengebiete einarbeiten um später eigene Projekte leiten zu können.

3. Fachgebietswissen

Würden Sie einen Projektmanager aus der Medienbranche ein Atomkraft werden bauen lassen oder umgekehrt? Ich nicht.

Wahrscheinlich würden beide ihr jeweils branchenfremdes Projekt erfolgreich beenden, allerdings würde es nicht optimal verlaufen. An vielen Stellen werden von Projektmanagern Branchenerfahrungen gefordert, beispielsweise für die Überprüfung von Schätzungen und der Einordnung von Risiken. Ein fachfremder Projektmanager kann sich allein auf Expertenwissen stützen, allerdings wird er immer deutlich mehr Aufwand einsetzen müssen als ein Projektmanager aus der Branche des Projekts.

Je höher man auf der Karriereleiter steigt (Programm-Manager, Portfoliomanager), desto geringer wird die Bedeutung des Fachwissens da strategische Aspekte in den Vordergrund rücken. Trotzdem ist aus meiner Sicht erfolgreiches Projektmanagement nicht ohne Fachgebietswissen zu leisten. Wiederum leidet sonst Effizienz und Effektivität.

4. Was sonst noch?

Die drei genannten Faktoren sind meiner Meinung nach ausreichend und vollständig für erfolgreiches Projektmanagement. Viele Punkte lassen sich darunter im Detail summieren, trotzdem läuft es immer wieder auf Methodik, Berufserfahrung und Fachgebietswissen hinaus.

3 Responses to Nur drei Faktoren für erfolgreiches Projektmanagement

  1. […] Dies passt zu meinen drei Faktoren für erfolgreiches Projektmanagement: […]

  2. sandramian sagt:

    Den drei Faktoren kann ich soweit nur zustimmen. Auch wenn die reine Lehre z.B. des PMIs lautet, dass der Projektmanager keinerlei Erfahrung im Fachgebiet benötigt.
    Die Vorteile, die ein „fachfremder“ Projektmanger mitbringt, sind in diesem Fall:
    – er ist bei der Bildung des Projektteams wesentlich stärker gefordert die richtigen Experten mit an Board zu haben
    – er ist in der ganzen Projektinitialisierung und Planungsphase viel stärker gefordert alle Stakeholder miteinzubeziehen und baut dadurch frühzeitig die wichtigen Kommunikationswege auf, die ansonsten leicht vernachlässigt werden können.

    Ich bin dennoch der Ansicht, dass es ganz ohne Fachwissen nicht geht. Immerhin muss es soweit reichen dem Themenumfang, den das Projekt aufspannt, vollständig erkennen zu können, um die benötigten Spezialisten hinzuzuholen. Und auch bei beigestelltem Expertenwissen schadet es nicht, dieses durch seine eigene Erfahrung prüfen und ergänzen zu können. Frei nach dem Motto, vier Augen sehen mehr wie zwei.

  3. […] Heilwagen schreibt in seinem lesenswerten Blog Projekt Management Beratung über die Faktoren für ein erfolgreiches Projektmanagement. Schöne Zusammenfassung und Reduzierung auf das Wesentliche: Er bennent nur drei […]

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